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Trennung von septischen und aseptischen OP-Bereichen obsolet

Trennung in septischen und aseptischen OP-Bereich

Eine Kommission des Bundesgesundheitsamtes empfahl 1980, dass ein OP baulich in einen septischen und aseptischen Bereiche zu trennen ist. Seitdem dauert eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme an, die es in dieser Form nur in Deutschland gab.

Auch wenn die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) diese Trennung bereits seit 17 Jahren nicht mehr empfiehlt, so wird sie von gesetzlichen Unfallversicherungsträgern nach wie vor gefordert.

Dr. Bischoff (Charité) erklärt in einem Artikel im Ärzteblatt, dass es an der Zeit sei, die Forderung nach einer Trennung von aseptischen und septischen Operationsbereichen flächendeckend aufzugeben. Dadurch sei man in der Lage, flexibler und kosteneffizienter im alltäglichen OP-Betrieb agieren zu können.

Bischoff empfiehlt den Verantwortlichen in Chirurgie, Hygiene und Krankenhausmanagement anzuerkennen, dass durch routinemäßige Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen nach jedem Eingriff das Risiko für eine postoperative Wundheilungsstörung hinreichend minimiert wird. Die Trennung von septischen und aseptischen OP-Sälen bringt keinen zusätzlichen Effekt.

Aktuelle Studie unterstreicht die Wirkungslosigkeit der Trennung septischer und aseptischer OPs

Eine neue evidenz-basierten Studie wurde im Mai 2017 im Ärzteblatt publiziert. Die Studie zeigt, dass mit den heute üblichen Maßnahmen das Risiko postoperativer Wundinfektionen minimiert wird. Dazu zählen unter anderem:

  • Ausstattung aller OP-Räume mit Raumlufttechnischen Anlagen (RLTA)
  • präoperative Hautantiseptik mit einem alkoholbasierten Präparat, das einen nachhaltig antiseptisch wirksamen Bestandteil wie Chlorhexidin oder Octenidin enthält und eine mechanisch assistierte Applikation ermöglicht
  • Verzicht auf Haarentfernung, falls erforderlich Clipping anstelle einer Rasur
  • Tragen zweier Handschuhpaare oder intraoperativer Handschuhwechsel
  • adäquate perioperative Antibiotikaprophylaxe
  • Einhaltung der intraoperativen Normothermie
  • Etablierung von interdisziplinären Maßnahmebündeln
  • minimalinvasive OP-Verfahren
  • nach jeder Operation stattfindende umfeldbezogene Hygienemaßnahmen.

Eine bauliche und/oder organisatorische Trennung von septischen und aseptischen OPs bringt nach dieser Studie keine signifikanten Vorteile und kann entfallen.

Die Studie wurde unter Beteiligung von Prof. Assadian und Professor Kramer, zwei Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirates von Meduplus, erarbeitet. Die Erkenntnisse sind bereits in das aktuelle Update 2017 der Kurse „Hygienebeauftragter Arzt“ und „Refresherkurs Hygienebeauftragter Arzt“ integriert.

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