Nosokomiale Infektionen

Kosten von nosokomialen Infektionen (NI)

Kosten von Nosokomialen Infektionen

Bei Krankenhausinfektionen (nosokomiale Infektionen) gibt es keinen Hinweis darauf, dass diese bei der Aufnahme des Patienten ins Krankenhaus bereits vorhanden bzw. in der Inkubation waren. Die Infektion hat sich zudem frühestens nach 72h manifestiert. Krankenhausinfektionen belasten nicht nur den Patienten durch Schmerzen und Beschwerden. Sie sind auf Grund verschiedene Faktoren auch oftmals sehr teuer für das Krankenhaus. Die Kosten von nosokomialen Infektionen (NI) werden in diesem Beitrag erläutert.

Krankenhausinfektionen sind oftmals Harnwegsfekte, Sepsis, Lungenentzündungen bei künstlicher Beatmung (HAP/VAP) und postoperative Wundinfektionen (SSI).

In den 25 Staaten der Europäischen Union gibt es jedes Jahr ca. 3 Millionen nosokomiale Infektionen mit (nach Schätzungen der DGKH) bis zu 100.000 Todesfällen. In Deutschland (82 Mio. Einwohner) werden 17 Mio. Patienten jährlich stationär aufgenommen. Hochgerechnet 595.000 Patienten infizieren sich jährlich nosokomial, für 29.750 davon ist die Infektion tödlich.

Kosten von Nosokomialen Infektionen

Kosten von Nosokomialen Infektionen (NI)

Der größte Kostenfaktor bei Patienten mit NI ist die Verlängerung der Krankenhausverweildauer. Weitere Kosten von NI werden durch zusätzliche infektionsbedingte diagnostische und therapeutische Maßnahmen begründet. Opportunitätskosten sind Kosten, die durch gesperrte, nicht belegungsfähige Betten sowie durch Störungen der Krankenhauslogistik aufgrund der Blockade zentraler Diagnostik- und Therapiebereiche verursacht werden. Dazu kommen indirekte (z. B. durch Verdienstausfall bzw. Verlust der Arbeitskraft) und intangible Kosten (z. B. durch erhöhte Morbidität bzw. Schmerzen).

Als zusätzliche direkte Gesamtkosten wurden für den stationären Sektor aufgrund von Hochrechnungen der Techniker Krankenkasse Kosten zwischen 70 Mio. – 1,26 Mrd. kalkuliert. Dies ist rückzuführen auf folgende Einzelpositionen:

  • ca. 17.500 € je Versicherten mit MRE-Befundung und Jahr im Krankenhaus,
  • im ambulanten Sektor pro MRSA-Fall 1.296 €,
  • im Altenpflegeheim für MRSA/MRGN 12.682 €

Rechnet man mit einer durchschnittlichen Reduzierungsmöglichkeit der NI um ein Drittel wird deutlich, welcher hohe ökonomische Nutzen durch Hygiene erreichbar ist. Allerdings schlägt sich das mehr gesamtgesellschaftlich nieder und nicht in vollem Umfang für das einzelne Krankenhaus.

Quellen und weiterführende Literatur

  • meduplus Smart Learning-Kurs „Hygienebeaufrtagter Arzt“ Link
  • Leisten R, Ott N. Krankenhaus- und Praxishygiene aus wirtschaftlicher Sicht. In: Kramer A, Assadian O, Exner M, Hübner NO, Simon A (Hrsg) Krankenhaus- und Praxishygiene. 3. Aufl. München: Elsevier Urban Fischer, 2016, 692-696.
  • Hübner C, Hübner NO, Hopert K, Maletzki S, Flessa S. Analysis of MRSA-attributed costs of hospitalized patients in Germany. Eur J Clin Microbiol Infect Dis. 2014; 33(10): 1817-1822.
  • Oberdörfer H, C. Hübner, Linder, S. Fleßa. Mehrkosten bei der Versorgung von Patienten mit multiresistenten Erregern – Eine Analyse aus Sicht einer gesetzlichen Krankenversicherung, Gesundheitswesen 2015; 77(11): 854-860.

Weitere interessante Themen

Mit Ihrer Anmeldung zu unserem Newsletter erhalten Sie jede Woche Informationen aus dem Bereich Hygiene. Melden Sie sich dazu mit Ihrer Mailadresse an:

Haben Sie Fragen an uns? Gerne stehen wir zur Verfügung. Unsere Kontaktdaten finden Sie hier. Oder hinterlassen Sie uns eine Nachricht in unserem Chat.

Wir nutzen Cookies für bestmöglichen Service. Wenn Sie auf der Seite weiter surfen, stimmen Sie dem zu. Weitere Infos.

X