Coronavirus
Frage der Woche

Frage der Woche: Ist eine Pneumokokken-Impfung aktuell sinnvoll?

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Unsere Frage der Woche lautet: „Wie sinnvoll ist eine Impfung gegen Pneumokokken in der aktuellen Situation? Kann ich mich jetzt überhaupt impfen lassen?“

Das RKI widmet sich im aktuellen epidemiologischen Bulletin der Impfquote und der Versorgung mit Impfstoffen in Deutschland.

Was sind Pneumokokken?

Pneumokokken-Erkrankungen werden durch Bakterien aus der Familie der Streptokokken hervorgerufen. Diese gehören zu den Gram-positiven Bakterien und werden wie ein grippaler Infekt durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Die Bakterien finden sich im Nasen-Rachen-Raum vieler Menschen, ohne dass diese eine Krankheit hervorrufen.

Ist eine Pneumokokken-Impfung sinnvoll?

Aber warum sollte man sich gegen Pneumokokken impfen lassen, wenn diese bei viele Menschen keine Erkrankung verursachen?

Pneumokokken können Mittelohr- und Hirnhautentzündungen, Blutvergiftungen, aber auch Lungenentzündungen auslösen. Einige dieser Erkrankungen können lebensbedrohlich verlaufen. Besonders bei Säuglingen, Kleinkindern, älteren Menschen und Personen mit supprimiertem Immunsystem können können schwere Krankheitsverläufe gefährlich werden.

Eine Besiedlung mit Pneumokokken im Nasenrachenraum ist zwar oft symptomlos, Sie binden jedoch die körpereigenen Abwehrkräfte, stören die Abwehrmechanismen.

Wer sollte sich gegen Pneumokokken impfen lassen?

Ab einem Alter von 60 Jahren empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) allen Erwachsenen eine Impfung gegen Pneumokokken, die je nach Gesundheitszustand gegebenenfalls nach sechs Jahren aufgefrischt werden sollte. Hierfür sollte ein Pneumokokken-Impfstoff, der gegen 23 verschiedene Pneumokokken-Typen schützt (Pneumovax®23), verwendet werden.

Das Problem: bei diesem Impfstoff gab es 2020 bereits Lieferengpässe, eine Lieferbarkeit des Impfstoffs ist weiterhin eingeschränkt. Auf Grund dieser eingeschränkten Verfügbarkeit und in anbetracht der Wirkungsdauer des Impfstoffs kommt die STIKO zu dem Schluss, dass zum Schutz der Menschen und zur Entlastung des Gesundheitssystems mit den verfügbaren Impfstoffmengen der größte Effekt erzielbar ist, wenn die Impfquoten für Pneumokokken vor allem unter Personen, die zu einer Risikogruppe für eine invasive Pneumokokken-Erkrankung gehören, erheblich gesteigert werden.

Dazu gehören:

  • Patienten mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten bzw. Immunsuppression: zur Komplettierung der sequenziellen Impfung
  • Senioren ab dem Alter von 70 Jahren
  • Patienten mit chronischen Erkrankungen des Herzens oder der Atmungsorgane

Quellen und weiterführende Literatur

  • RKI: Epidemiologisches Bulletin 47/2020 Link
  • Impfen-Info.de – Pneumokokken Link
  • RKI: Lieferengpässe Link
  • Empfehlungen der STIKO Link

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