Verleihung des Medizin-Nobelpreises für Hepatitis-Forschung

Obwohl das Jahr 2020 ein in jeder Hinsicht ein aussergewöhnliches war, haben manche Dinge doch eine gewisse Beständigkeit. So wird auch 2020 wieder der Nobelpreis in den Kategorien verliehen. In der Kategorie Medizin und Physiologie wird der Nobelpreis dieses Jahr an zwei US-Amerikaner und einen Brite verliehen, die einen entscheidenden Beitrag zur Bekämpfung der durch Blut übertragenen Hepatitis geleistet haben. Ausgezeichnet wurden  im Oktober dieses Jahres Harvey J. Alter, Charles M. Rice und Michael Houghton deren Forschung für die Entdeckung des Hepatitis-C-Virus ausschlaggebend waren. Am 10. Dezember wird Ihnen nun der Nobelpreis verliehen.

Hepatitis C: späte Entdeckung, große Wirkung

Das Hepatitis-C-Virus (HCV) wurde im Jahr 1989 mit Hilfe gentechnischer Methoden erstmals identifiziert, 13 Jahre nachdem Baruch Blumberg 1976 für die Entdeckung des Hepatitis-B-Virus der Nobelpreis verliehen wurde. Eine Übertragung erfolgt vornehmlich über Kontakt mit kontaminiertem Blut.

Harvey J. Alter, Michael Houghton und Charles M. Rice machten bahnbrechende Entdeckungen, die zur Identifizierung eines neuartigen Virus, des Hepatitis-C-Virus, führten. Vor ihrer Arbeit war die Entdeckung der Hepatitis-A- und -B-Viren ein entscheidender Schritt nach vorn gewesen, aber die Mehrheit der durch Blut übertragenen Hepatitis-Fälle blieb ungeklärt. So waren Bluttransfusionen weiterhin mit einem erheblichen Gesundheitsrisiko verbunden und viele Patienten entwickelten nach der Transfusion eine chronische Hepatitis. Die Entdeckung des Hepatitis-C-Virus enthüllte die Ursache für die verbleibenden Fälle chronischer Hepatitis und ermöglichte Bluttests und neue Medikamente, die Millionen von Menschenleben retten konnten.

Von unspezifischen Beschwerden zur Zirrhose

Das Hepatitis-C-Virus führt oft, nach einer meist recht unauffälligen Anfangsphase, zur Entzündung der Leber und einer Hepatitis, die chronisch werden und in einer Leberzirrhose oder Leberkrebs münden kann. Weltweit sind 70 Millionen Menschen chronisch an Hepatitis-C-Infektionen erkrankt. Bis zu einer halben Million sterben jährlich an der  Krankheit. Denn die ersten Symptome bei einer Hepatitis-C-Infektion sind meist grippeähnlich, und so blieb eine Infektion lange meist unerkannt.

Die Entdeckung des Virus und die Entwicklung von Tests zur Erkennung und Medikamente zur Behandlung haben die Weltgesundheit maßgeblich verbessert und eine Infektion mit Hepatitis C kann nun medikamentös behandelt werden. Eine Impfung gegen Hepatitis C gibt es jedoch im Gegensatz zu Hepatitis A und B jedoch noch nicht.

Quellen und weiterführende Literatur

  • RKI Epidemiologisches Bulletin vom 23. Juli 2020/ Nr. 30/31 Link
  • WHO Hepatitis B Factsheet Link 27. Juli 2020
  • RKI-Ratgeber Hepatitis C Link

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