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MRSA

Erhöhte MRSA-Inzidenz in Sachsen-Anhalt

MRSA in Sachsen-Anhalt

Entgegen des bundesweit rückläufigen MRSA-Trends wurde in Sachsen-Anhalt in den letzten Jahren eine Häufung von MRSA-Meldungen festgestellt. Aus diesem Grund wurde zur epidemiologischen Bewertung von MRSA in Sachsen-Anhalt eine Studie im Rahmen des Hygienenetzwerks Sachsen-Anhalt (HYSA) durchgeführt.

MRSA – Risiko postoperativer Wundinfektionen

Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) wurden erstmals 1961 – bereits ein Jahr nach der Einführung des Antibiotikums Methicillin – in Großbritannien entdeckt. In den nachfolgenden Jahren traten MRSA weltweit auf. Einer Schätzung zufolge trägt mittlerweile jeder Dritte den multiresistenten Erreger auf der Haut oder in der Nase.

Die Kolonisation durch MRSA ist zunächst kein Problem. Zu einem solchen wird sie erst, wenn die Keime ins Innere des Menschen, z.B. in Wunden oder ins OP-Gebiet, gelangen. Dies ist vor allem während oder nach der Durchführung von invasiven Eingriffen möglich. Postoperative Wundinfektionen sind daher eine enorme Herausforderung für Krankenhäuser und das medizinische Personal.

MRSA – Nationaler Trend & Situation in Sachsen-Anhalt

Nach starker Zunahme waren MRSA-Meldungen und -Infektionen seit 2012 in Deutschland rückläufig. Die Inzidenz lag 2014 bei 4,5; 2015 bei 4,4 und 2016 bei 3,9 pro 100.000 Einwohner. Dieser Trend ist aus den erhobenen Daten verschiedener nationaler und internationaler Surveillance-Systeme (ARS, KISS, Resistenzstudie der PEG, EARS-Net) zu erkennen.

Entgegen dem deutschlandweiten Trend waren die Meldeinzidenzen für Sachsen-Anhalt in den letzten Jahren ansteigend und lagen deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt (2014: 7,5; 2015: 8,2 und 2016: 8,7 pro 100.000 Einwohner). Zur epidemiologischen Bewertung von MRSA in Sachsen-Anhalt wurde daher eine Studie im Rahmen des Hygienenetzwerks Sachsen-Anhalt (HYSA) durchgeführt. Bisher konnten jedoch keine eindeutigen Ursachen für die erhöhten MRSA-Inzidenzraten in Sachsen-Anhalt gefunden werden. Weitere Studien zur Klärung sind notwendig.

Prävention von MRSA

Der beste Schutz vor multiresistenten Keimen bleibt die Vorbeugung von Infektionen. Dazu gehört vor allem eine konsequente Basishygiene. Mit dem Menschen reisen MRSA rund um den Globus, von Krankenhaus zu Krankenhaus, in Praxen und Pflegeeinrichtungen. Eine gute Händehygiene ist die beste Prävention und die regelmäßige Schulung aller Mitarbeiter deshalb besonders wichtig.

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Quellen und weiterführende Informationen

  • meduplus Smart Learning© Grundkurs Hygiene für Ärzte, Pflegekräfte, MFA und Hilfspersonal Link
  • meduplus Smart Learning© Update Händehygiene für Ärzte, Pflegekräfte, MFA und Hilfspersonal Link
  • RKI Epidemiologisches Bulletin; Ausgabe 13, 28. März 2019 Link
  • RKI Epidemiologisches Bulletin; Ausgabe 5, 1. Februar 2018 Link
  • Meyer E, Schröder C, Gastmeier P, Geffers C: Analyse aus dem Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS) der Jahre 2007–2012. Dtsch Ärztebl Int 2014;111:331 – 6 Link

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