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Impfung, Influenza

Frage der Woche: Gilt die Grippeschutzimpfung als die beste Schutzmaßnahme gegen die saisonale Influenza?

Unsere Frage der Woche lautet: Gilt die Grippeschutzimpfung als die beste Schutzmaßnahme gegen die saisonale Influenza?

Ja, eine Studie des RKI zeigt, dass die Impfung bei ca. 2/3 der Geimpften wirkt und nachweislich den besten Schutz gegen die Grippe liefert. Die AHA + L Regeln ersetzt sie allerdings nicht.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt bereits seit einigen Jahren allen Personen mit chronischen Grundleiden, Schwangeren, Personen ab einem Alter von 60 Jahren und medizinischem Personal sich jährlich gegen die saisonale Influenza impfen zu lassen.

In diesem Jahr ist der Ansturm auf die Praxen diesbezüglich jedoch besonders groß. Der Grund: Die Corona-Pandemie. Immer mehr Menschen und auch vermehrt Personen außerhalb dieser Risikogruppen möchten die Grippeschutzimpfung in diesem, doch etwas besonderem, Jahr in Anspruch nehmen.

Eine Studie des RKI veröffentlichte nun kürzlich Schätzwerte zur Wirksamkeit der saisonalen Influenzaimpfung (Impfeffektivität) gegen eine laborbestätigte Erkrankung durch Influenza während der Saison 2019/20 bei ambulant behandelten Patienten in Deutschland. Die Ergebnisse zeigten eine erhöhte Impfwirksamkeit im Vergleich zur Vorsaison. Die Wirksamkeit wurde darüber hinaus für jeden der drei in der Saison 2019/20 zirkulierenden Influenzatypen bzw. Subtypen bestätigt.

Bestimmt das Alter die Wirksamkeit der Impfung?

Die Studie des RKI kam zu folgenden Ergebnissen:

  • Für Kinder bis 14 Jahre wurde eine Wirksamkeit von 69 % festgestellt.
  • Bei 15–59-Jährigen konnten 70% der Influenzaerkrankungen verhindert werden.
  • Eine Wirksamkeit von 62 % bei Personen älter als 60 Jahre deutet auf eine abnehmende Wirksamkeit der Impfung mit zunehmendem Alter hin.

Selbstverständlich kann die Impfung nicht alle Geimpften vor einer Erkrankung schützen, es hat sich jedoch gezeigt, dass die Impfeffektivität des saisonalen Influenzaimpfstoffs insgesamt bei 62% für alle Altersgruppen lag. Die Grippeschutzimpfung wirkt also bei ca. 2/3 der Geimpften und gilt damit als beste Präventionsmaßnahme gegen die Infektionserkrankung.

Wie kann ich mich sonst noch vor der Grippe schützen?

Die AHA+L-Regeln wurden in erster Linie zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona Virus ins Leben gerufen. Für alle Personen, ob geimpft oder nicht gilt jedoch auch zum Schutz vor der Influenza:

  • Abstand halten
  • Händehygiene
  • Alltagsmasken
  • Lüften bei Aufenthalt in Innenräumen

Diese präventive Maßnahmen können das Risiko einer Ansteckung nachweislich deutlich minimieren.

Quellen und weiterführende Literatur

  • RKI; Epidemiologisches Bulletin 45/ 2020 vom 05.10.2020 Link

Mehr Informationen und Beratung

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Berühmte Hygieniker, Impfung

Zum 125. Todestag von Louis Pasteur

louis pasteur

Falls Sie sich schon einmal gefragt haben, woher der Ausdruck des „Pasteurisierens“ stammt, dann ist der heutige Tag ein guter Anlass, um der Sache auf den Grund zu gehen. Denn heute vor 125 Jahren, am 28. September 1895, verstarb Louis Pasteur, ein französischer Chemiker und Biologe, im Alter von 72 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls.

Die PASTEURisierung

Erst durch Louis Pasteur wurde bekannt, wie es dazu kommt, dass Milchprodukte und Alkohol plötzlich ungenießbar werden. Durch verschiedenste Experimente konnte er nachweisen, dass, Bakterien und Mikroben, oder wie er sie damals nannte „Spaltpilze“ durch die Luft in die Lebensmittel gelangen, dort an verschiedenen Prozessen beteiligt sind und Krankheiten auslösen können. Somit gab es plötzlich eine Erklärung für die Gärung von Alkohol und für Fäulungsprozesse in Lebensmitteln. Mit dem Prozess der Erhitzung und dem anschließend sofortigen Abkühlen stellte Louis Pasteur, ein Prinzip vor, bei dem die Bakterien abgetötet werden, der charakteristische Geschmack jedoch erhalten bleibt. Noch heute werden Milch, Fruchtsäfte, Limonaden oder Bier „wärmebehandelt, also pasteurisiert, um deren Haltbarkeit zu verlängern.

Die Immunisierung

Nicht weniger entscheidend, war das Verfahren, dass Pasteur im Zuge seiner Forschung zu Infektionskrankheiten entwickelte.  Im Rahmen der Hühnercholera, fand er heraus, dass die Tiere bei einer Infizierung mit abgeschwächten Erregern Antikörper bildeten und die Krankheit überleben konnten. Damit wurde ein wichtiger Meilenstein für das Verfahren der Immunisierung gesetzt. Mit dieser Erkenntnis gelang es ihm in den nächsten Jahren Impfstoffe gegen andere Tiererkrankungen wie den Milzbrand zu entwickeln. Bekannt wurde er vor allem durch den Impfstoff gegen die Tollwut, welchen er 1885 zunächst an Tieren entwickelte und damit schließlich einen kleinen Jungen, der durch den Biss eines tollwütigen Hundes mit der Krankheit infiziert worden war, heilen konnte.

Louis Pasteur besaß aufgrund seines skrupellosen Vorgehens in der Forschung nicht immer den besten Ruf, trotz dessen ist er bis heute ein Nationalheld in Frankreich, denn er rettete nicht nur Menschenleben, der Mikrobiologe konnte zudem mit seiner unermüdlichen Arbeit den Grundstein für zahlreiche Prinzipien der modernen Medizin legen.

Quellen und weiterführende Literatur

  • „Geschichte der Medizin: Louis Pasteur, Joseph Meister und die Tollwutimpfung“ (aertzeblatt.de) Link
  • „Louis Pasteur: Ein Held, nicht frei von Makeln“ (geo.de) Link

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Impfung

Borreliose Monat Mai

Borreliose

Der Monat Mai gilt weltweit als Borreliose-Monat. Wir wollen den Mai daher nutzen, um auf die von Zecken übertragbaren Erkrankungen Borreliose sowie FSME aufmerksam zu machen. Gerade in Zeiten von COVID-19 ist das Thema besonders wichtig, da nun viele Urlaube in den heimischen Wald verlegt werden und das Risiko von Zeckenstichen steigt.

Durch Zecken übertragbare Borreliose-Bakterien

Im Jahr 2018 war die gemeldete Zahl an Borreliose-Fällen in Bayern so hoch wie noch nie seit Einführung der Meldepflicht in 2013. Auch für FSME wurde 2018 ein starker Anstieg verzeichnet. Im Jahr 2018 wurden bundesweit 583 FSME-Erkrankungen und damit fast 100 Fälle mehr als im Vorjahr (2017: 486) an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. Das ist die höchste Zahl von FSME-Fällen seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001.

Die am häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheitserreger in Deutschland sind Borreliose-Baktieren. Jede dritte Zecke kann aktuellen Angaben zufolge Borrelien und andere krankmachende Bakterien übertragen. Jährlich sind zehntausende Menschen betroffen. Die Gefahr einer Übertragung ist umso höher, je länger die Zecke am Wirt saugen kann. Die bakterielle Erkrankung ist nicht ansteckend und lässt sich mit Antibiotika behandeln. Während es gegen FSME eine Impfung gibt, existiert diese nicht gegen die Borreliose.

Borreliose: Vorkommen und Symptome

Problematisch ist es zudem die Symptome der Borreliose zu erkennen. Dazu gehören relativ untypische Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber und Kopfschmerzen. Ein typisches Krankheitszeichen ist die sogenannte Wanderröte. Dabei zeigt sich im Bereich des Stichs eine großflächige und kreisförmige Rötung.

Das Vorkommen von Borrelien in Zecken ist sehr unterschieldich und kann bis zu 30% betragen. Nach Untersuchungen aus Deutschland und der Schweiz wurde nach einem Zeckenstich bei 2,6 bis 5,6% der Betroffenen eine Borrelien-Infektion nachgewiesen. Insgesamt ist bei 0,3 bis 1,4% der Zeckenstiche mit Krankheitssymptomen zu rechnen.

Durch Zecken übertragbare FSME-Viren

Ein weiterer Krankheitserreger, der durch Zecken übertragen werden kann, ist das FSME-Virus. Das FSME-Virus kann eine Frühsommer-Meningoenzephalitis auslösen. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems, die lebensgefährlich sein kann. Auch müssen Erkrankte mit schweren gesundheitlichen Folgen rechnen.

Vorbeugung ist besser als Heilung

Zur Behandlung der Borreliose stehen zwar Antibiotika zur Verfügung, doch generell gilt, dass ein Zeckenbiss gar nicht erst auftreten sollte, um die Gefahren der Borreliose zu vermeiden.

Im Gegensatz zur Borreliose ist FSME nicht ursächlich behandelbar. „Ärzte können in der Folge nur die Symptome lindern, beispielsweise Fieber oder Kopf- und Gliederschmerzen“, erklärt Prof. Dr. med. Tomas Jelinek, Medizinischer Direktor des Berliner Centrums für Reise- und Tropenmedizin (BCRT). Daher ist es wichtig, das Risiko einer Erkrankung von Anfang an zu verringern.

Aus zahlreichen Studien ist bekannt, dass das Virusvorkommen in den Zecken sehr stark schwanken kann, im Mittel tragen in FSME-Risikogebieten 0,1% bis 5 % der Zecken FSME-Viren. Hieraus ein Erkrankungsrisiko nach einem einzelnen Zeckenstich abzuleiten, ist nicht möglich.

Zum Schutz gegen FSME steht eine aus drei Teilimpfungen bestehende Schutzimpfung zur Verfügung, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts „für Personen, die in Risikogebieten wohnen oder arbeiten und dabei ein Risiko für Zeckenstiche haben und für Personen, die sich aus anderen Gründen in Risikogebieten aufhalten und dabei gegenüber Zecken exponiert sind“ empfohlen wird.

Quellen und weiterführende Literatur

  • meduplus Kurs Hygienebeauftragter Arzt Link
  • RKI; Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Zecken, Zeckenstich, Infektion, Stand: 04.2.2019 Link
  • Lymedisease.org Link

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Impfung

Europäische Impfwoche 2020

Europäische Impfwoche 2020

Mit der diesjährigen Europäischen Impfwoche will die Weltgesundheitsorganisation die Bevölkerung für die Bedeutung von Impfmaßnahmen für die Prävention von Krankheiten und den Schutz von Menschenleben sensibilisieren.

Europäische Impfwoche 2020: #VaccinesWork for all

Impfungen retten jedes Jahr Millionen Menschenleben und sind weltweit eine der erfolgreichsten und kosteneffizientesten Gesundheitsmaßnahmen. Dennoch werden viele Impfungen nicht in ausreichendem Maß in Anspruch genommen. Dabei betont die Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA: „Ein umfassender Impfschutz ist in der aktuellen Situation sogar besonders bedeutsam, um vor Infektionen zu schützen, die in der Pandemiezeit zusätzlich gefährlich sein können. Ganz wichtig sind dabei die Impfungen von Säuglingen und Kleinkindern, die möglichst zeitgerecht erfolgen sollen. Hierzu ist es ratsam, zuvor in der Praxis anzurufen, um den genauen Termin abzusprechen. Dadurch können unnötige Kontakte vermieden werden.“

5 Fakten zu Impfungen:

  1. Impfungen sind sicher und effektiv
  2. Impfungen beugen tödliche Erkrankungen vor und verhindern 2 – 3 Mio. Todesfälle pro Jahr
  3. Impfungen führen zu einer stärkeren Immunität als natürliche Infektionen
  4. kombinierte Impfstoffe sind sicher und nützlich
  5. Wenn wir Impfungen stoppen, werden Krankheiten zurückkehren

HPV-Impfung: Impfungen schützen auch vor Krebs

„Derzeit erleben wir mit der Covid-19-Pandemie hautnah, welche zentrale Bedeutung Impfungen für unsere Gesundheit haben. Die ganze Welt fiebert der Entwicklung eines Impfstoffes entgegen. Fast jedes Interview mit einem Virologen dreht sich um die Frage, wann endlich eine Impfung zur Verfügung steht. Das passt nicht gut mit unseren jahrelangen Beobachtungen zusammen, dass Impfungen, die gegen schwere oder sogar lebensbedrohliche Erkrankungen heute bereits zur Verfügung stehen, nicht ausreichend eingesetzt werden. Das gilt auch für Impfungen, die nicht nur vor Infektionen schützen, sondern zusätzlich vor der Entstehung einiger Krebsarten“, betont Michael Baumann, Wissenschaftlicher Vorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). „Das DKFZ rät daher dringend: Nehmen Sie alle empfohlenen Impfungen wahr! Lassen Sie Ihre Kinder impfen, um sie vor vermeidbaren Krebserkrankungen zu schützen.“

Seit 2018 empfiehlt die Ständige Impfkommission die HPV-Impfung für Jungen und Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Die Impfung schützt Frauen vor Gebärmutterhalskrebs und sowohl Frauen als auch Männer vor den anderen HPV-induzierten Krebsarten.

Factsheet Impfung gegen HPV-Infektionen (DKFZ)

Quellen und weiterführende Informationen

  • Pressemitteilung Europäische Impfwoche BZgA Link
  • WHO World Immunization Week 2020 Link
  • Deutsches Krebsforschungszentrum „Impfung gegen HPV-Infektionen“ Link

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Impfung

Neue RKI-Empfehlung zur Pertussisimpfung in der Schwangerschaft

Pertussisimpfung in der Schwangerschaft

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat auf ihrer 95. Sitzung am 4. März 2020 die Empfehlung der Pertussisimpfung mit einem Tdap-Kombinationsimpfstoff in der Schwangerschaft beschlossen. Ziel der Pertussisimpfung während der Schwangerschaft ist die Reduzierung von Erkrankungen, Hospitalisierungen und Todesfällen durch Infektionen mit dem Pertussiserreger, Bordetella pertussis, bei Neugeborenen und Säuglingen.

Pertussis

Der häufigste Erreger von Pertussis ist das gramnegative Bakterium Bordetella pertussis. Dieses ist in der Lage eine Vielzahl von Toxinen und Virulenzfaktoren zu produzieren, darunter das Pertussis-Toxin (PT). Einge der produzierten Toxine können die Abwehrkräfte lokal heruntersetzen und das tracheobronchiale Epithel schädigen. Pertussis, auch bekannt als Keuchhusten, ist mit einem Kontagositätsindex von 90 % hochansteckend. Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, Sprechen) durch engen Kontakt mit einer infektiösen Person innerhalb eines Abstandes von ca. 1 Meter. Die Inkubationszeit liegt meist bei 9– 10 Tagen (Spanne: 6–20 Tage).

Drei Stadien einer Pertussis-Infektion:

  • 1. Stadium: Stadium catarrhale: Dauer von 1 – 2 Wochen, erkältungsähnliche Symptome, jedoch meist ohne Fieber bzw. mit mäßigem Fieber
  • 2. Stadium: Stadium convulsivum: Dauer von 4 – 6 Wochen, anfallsweise auftretende Hustenstöße (Stakkatohusten), gefolgt von
    inspiratorischem Ziehen
  • 3. Stadium: Stadium decrementi: Dauer von 6 – 10 Wochen, allmähliches Abklingen der Hustenanfälle

Pertussisimpfung in Deutschland

Aktuell empfiehlt die STIKO eine Grundimmunisierung gegen Pertussis mit vier Impfdosen im Alter von je zwei, drei, vier und 11 – 14 Monaten. Auffrischimpfungen werden im Vorschul- und Jugendalter sowie einmalig bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Auffrischungsimpfung im Erwachsenenalter empfohlen. 94,2% aller Kinder hat zum Zeitpunkt der Einschulung eine Grundimmunisierung gegen Pertussis erhalten. Allerdings erfolgt die Vervollständigung der Grundimmunisierung häufig später als von der STIKO empfohlen. So lag der Anteil der Kinder im Alter von 24 Monaten, die eine vollständige Grundimmunisierung erhalten hatten, im Jahr 2011 lediglich bei ca. 80%.

In den meisten der ausgewerteten Studien lag die Impfeffektivität der maternalen Pertussisimpfung in der Schwangerschaft für die Verhinderung von laborbestätigten
Pertussiserkrankungen, Hospitalisierungen und Todesfällen bei Säuglingen im Alter von ≤ 2 bzw. ≤ 3 Monaten unabhängig vom verwendeten Impfstoff über 90%. Neben dem Impfschutz der Neugeborenen und  Säuglinge wird durch die Tdap-Impfung in der Schwangerschaft auch die werdende Mutter vor einer Erkrankung geschützt.

Seit Ende März 2013 besteht in Deutschland eine bundesweite Meldepflicht für Keuchhusten (Pertussis) nach § 6 (Verdacht, Erkrankung und Tod) und
§ 7 Infektionsschutzgesetz (IfSG) (labordiagnostischer Nachweis von B. pertussis sowie B. parapertussis).

Wünschen Sie mehr Informationen zu den Themen Impfung, bakterielle Erreger & Infektionskrankheiten? Dann schauen Sie doch mal in unseren E-Learning Grundkurs Hygiene. Diesen bieten wir für die Zielgruppen Arzt, Pflegekraft, MFA und Hilfspersonal an.

Quellen & Weitere Informationen

  • World Health Organization: Pertussis Link
  • Epidemiologisches Bulletin des Robert Koch-Instituts 13/2020 vom 26.03.2020 Link

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Impfung

Welttuberkulosetag 2020: Microlearning Tuberkulose

Welttuberkulosetag

„Mit dem Jahr 2020 hat ein Jahrzehnt begonnen, das für die Elimination der Tuberkulose entscheidend sein wird“, so Prof. Dr. Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts. Tuberkulose ist eine in der Regel gut behandelbare Infektionskrankheit, an der weltweit dennoch jedes Jahr etwa 10 Millionen Menschen erkranken und etwa 1,5 Millionen Menschen sterben (Stand 2018). Tuberkulose ist demnach die Infektionskrankheit mit den meisten Todesfällen weltweit. Am 24. März des Jahres 1882 hat Robert Koch verkündet, den Tuberkulose-Erreger entdeckt zu haben. Jährlich wird daher am 24. März der Welttuberkulosetag begangen.

 Welttuberkulosetag 2020 – „Es ist an der Zeit…“

„…für Aktionen gegen Tuberkulose!“ Dies ist das Motto der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Welttuberkulosetages 2020. Die WHO hat sich in ihrer End TB-Strategie das Ziel gesetzt, die Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen pro 100.000 Einwohner (Inzidenz) im Vergleich zu 2015 bis zum Jahr 2035 weltweit um 90% und die Zahl der TB-Todesfälle um 95% zu senken. Die Zwischen-Ziele für die WHO-Euroregion sehen bis zum Jahr 2020 entsprechende Reduktionen von 25% bzw. 35% vor. Hierfür ist besonders in den osteuropäischen Ländern noch ein großer Weg zu beschreiten. Eine besonders große Herausforderung ist auch die deutlich zunehmende Zahl an TB-/HIV-Koinfektionen.

Lernen Sie alles Wichtige zu Tuberkulose – in 10 min!

Aktuell sind mit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie Infektionskrankheiten wieder in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt. Damit dies nicht bei COVID-19 Halt macht, möchten wir Sie auch auf das Auftreten von Tuberkulose-Fällen in Ihrer Praxis oder Klinik optimal vorbereiten.

Hierfür haben wir die aktuellen Empfehlungen für Sie in unserem Microlearning Tuberkulose zusammengestellt. Dank der professionellen Unterstützung durch unseren Autor und Hygieneexperten sowie KRINKO-Mitglied Prof. Dr. med. habil. Axel Kramer können wir Ihre gesamte Belegschaft in unserem kostenlosen E-Learning  schulen – und das in nur 10 Minuten.

Mit Klick auf den nachstehenden Button gelangen Sie zu unserem gratis Microlearning Tuberkulose für Ärzte, Pflegekräfte, medizinische Fachangestellte und medizinisches Hilfspersonal:

ML TUBERKULOSE

Damit ist Ihr Praxis- und Klinikpersonal im Fall eines Ausbruchs optimal geschult. Für eine weiterführende Hygieneschulung zu mehr relevanten Themen für Praxis und Klinik empfiehlt sich auch unser E-Learning Grundkurs Hygiene. Diesen bieten wir für die Zielgruppen Arzt, Pflegekraft, MFA und Hilfspersonal an.

Quellen & Weitere Informationen

  • World Health Organization: World Tuberculosis Day 2020 Link
  • World Health Organization: Toman’s Tuberculosis: case detection, treatment, and monitoring. 2nd edition. Geneva, Switzerland 2014. WHO/HTM/TB/2004.334 Link
  • Epidemiologisches Bulletin des Robert Koch-Instituts 11/2020 vom 12.03.2020 Link

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Impfung, Influenza

Mit Virtual Reality zum #Impfluencer

hashtag impfluencer

Der Schutz vor Influenza ist besonders im Gesundheitswesen sehr ernst zu nehmen. Wie stark die Auswirkungen von Influenza auf die eigene Gesundheit sowie auf das Umfeld sind wurde kürzlich in einer Studie mittels Virtual Reality simuliert. Es wurde in der Studie untersucht, ob die immersive Virtual Reality (VR) Simulation als Kommunikationstool zur Erhöhung der Influenza-Impfraten eingesetzt werden könnte.  Die an der University of Georgia und der Oak Ridge Associated Universities (Tennessee) durchgeführte Studie ist die erste ihrer Art: Zum ersten Mal wurde VR als Kommunikationswerkzeug zur Verbesserung der Influenza-Impfraten untersucht.

Virtual Reality als Kommunikationstool

Die Bedeutung der digitalen Medien und Kommunikationstools für die Verbreitung von Medizinwissen in der Bevölkerung ist enorm. Der Einsatz von Virtual Reality könnte dabei gänzlich neue Möglichkeiten eröffnen. Simulationen zu Gesundheitsthemen und insbesondere zu Ansteckung und Erkrankung könnten ein wirkungsvolles Instrument darstellen. In der VR-Studie zu Influenza wurden dabei drei verschiedene Szenarien zur Influenza Infektion simuliert. Im ersten Fall wurde eine Simulation dazu durchgeführt, wie bei einer Infektion eine Weiterverbreitung erfolgt. Eine weitere Simulation widmet sich dem Fall, dass Kinder oder ältere Personen infiziert werden. In einer dritten Simulation wird schließlich gezeigt wie eine Impfung die geimpfte Person sowie andere schützen kann. Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass VR in der Tat ein effektives Kommunikationswerkzeug zur Aufklärung im Bereich von Impfungen ist. Die Teilnehmer werden stärker als Teil des Geschehens eingebunden und ihre eigene Rolle in der Prävention von Krankheiten bzw. deren Weiterverbreitung wird ihnen deutlicher.

Werden Sie mit uns dank Microlearning und Augmented Reality zum #Impfluencer

Auch meduplus setzt sich dafür ein das Bewusstsein für das Thema Influenza zu stärken und auf innovative und teils auch spielerische Weise die gesamte Belegschaft zu erreichen. Noch bis zum Jahresende gibt es unser Microlearning Influenza gratis. Fordern Sie außerdem unsere Augmented-Reality-Postkarten zu Influenza an und erhalten Sie nach Abschluss unserer kurzen Wissens-Auffrischung zum Thema Influenza 20% Rabatt auf unser gesamtes Kursangebot im Bereich Hygiene. Hier geht es zu unserem Microlearning Influenza

 

Jetzt starten!

Kollegen anstecken und Kopf impfen

Alle Mitarbeiter in Gesundheitseinrichtungen sollten über diese wenigen, aber überaus wichtigen, Regeln zum Verhalten beim Auftreten von Influenza Bescheid wissen. Seien Sie ein Impfluencer: Fordern Sie kostenfrei über die oben verlinkte Seite Augmented-Reality-Postkarten an. Diese können sie Ihren Kollegen und Mitarbeitern geben. Darauf findet sich eine Anleitung, wie man in den Kurs gelangt.

Sind Sie bereits ein #Impfluencer? Teilen Sie unsere Beiträge auf Twitter und Facebook mit Ihren Kollegen, nutzen Sie dazu einfach die folgenden Beiträge:

Quellen und weiterführende Literatur

  • G. J. Nowak, N. J. Evans, B.W. Wojdynski et al. „Using immersive virtual reality to improve the beliefs and intentions of influenza vaccine avoidant 18-to-49-year-olds: Considerations, effects, and lessons learned“; Vaccine 12/2019 Link
  • meduplus Microlearning Influenza Link

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Impfung

Einwände gegen das Impfen: „Man kann trotz Impfung erkranken.“

Die Wirksamkeit von Impfungen wurde niemals belegt.

Impfgegner gibt es schon so lange wie die Impfungen selbst. Bereits vor 12 Jahren formulierte das Robert Koch-Institut (RKI) Antworten auf die 20 häufigsten Einwände gegen das Impfen. Mit diesen Einwänden von Patienten sehen sich Ärzte besonders häufig konfrontiert. Der in diesem Artikel behandelte vierte Einwand „Man kann trotz Impfung erkranken.“ bezieht sich auf die Effektivität von Impfungen.

„Man kann trotz Impfung erkranken.“

Für jeden Impfstoff verhält sich die Wirksamkeit anders. So wie kein Medikament bei jedem Patienten wirkt, verhält es sich auch mit Impfungen: Keine Impfung ist in der Lage alle Geimpften zu immunisieren. Das Risiko zu erkranken wird durch eine Impfung aber deutlich reduziert.

Während beispielsweise bei einem Masern-Ausbruch 97 bis 98 Prozent der nicht geimpften Personen statistisch gesehen erkranken, tritt lediglich bei 2 bis 3 Prozent der geimpften Personen eine Erkrankung auf. Für jeden Impfstoff gibt es andere Daten zur Effektivität.

Weiterhin kann eine nicht rechtzeitig durchgeführte Auffrischungsimpfung oder ein noch unvollständig aufgebauter Immunschutz die Wirksamkeit der Impfung reduzieren. Beispielsweise müssen die klassischen Kinder-Schutzimpfungen zunächst mehrfach nach einem zeitlich geregelten Schema wiederholt werden, bevor man mit einem zuverlässigen und langfristigen Schutz rechnen kann.

Es existieren zudem auch Impfungen, die darauf abzielen, bei einer Infektion die Schwere der Erkrankung zu minimieren.

Alle Einwände

  1. Die Wirksamkeit von Impfungen wurde niemals belegt. Link 
  2. Krankmachende Erreger existieren nicht. Link
  3. Impfungen schützen nicht langfristig und müssen ständig wiederholt werden. Link
  4. Man kann trotz Impfung erkranken. Link

Quellen und weiterführende Literatur

  • Original-Text des Robert Koch-Institut Link
  • Kurs Hygienebeauftragter Arzt Link

 

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Impfung

Masernschutzgesetz ab 1. März 2020 in Kraft

Masernschutzgesetz
  • Seit 2001 werden in Deutschland jährlich Daten zum Impfstatus beim Schuleingang von Kindern erhoben. Die Quoten der langjährig etablierten Kinder-Standardimpfungen liegen auf hohem Niveau. Auffällig ist jedoch ein kontinuierlicher Rückgang der Impfquoten in den Jahren 2014 bis 2017. Zwar erreichen alle Bundesländer eine Impfquote von mindestens 95 % für die erste Impfung von Masern, Mumps und Röteln. Die Impfquoten für die zweite Impfung sind dagegen noch immer nicht ausreichend. Am 14. November 2019 wurde das Masernschutzgesetz vom Deutschen Bundestag verabschiedet. Es tritt im März 2020 in Kraft.

    Standard-Impfungen bei Kindern

    Die Schuleingangsuntersuchungen zum Impfstatus sind ein wichtiger Bestandteil zur Beurteilung der Gefährdung der Bevölkerung durch Infektionskrankheiten. Sie liefern wichtige Hinweise zu bestehenden Impflücken und geben Anhaltspunkte zur Durchführung von Impfprogrammen.Ein genereller Anstieg der Impfquoten zeigt sich für die Grundimmunisierung gegen Tetanus und Pertussis in den Jahren 2014 bis 2017.

    Die Impfquoten für die erste Masern-Impfung sind von 95,9 % im Jahr 2008 auf 96,7 % in 2012 gestiegen und erreichten im Jahr 2017 bundesweit 97,1 %. Somit hat Deutschland 2017 wie auch bereits in den Vorjahren das WHO-Ziel einer Impfquote von mindestens 95 % zumindest für die erste Masern-Impfung erreicht. Dagegen stagniert die Impfquote für die zweite Masern-Impfung nach deutlichem Anstieg seit einigen Jahren. 2008 waren nur 89,0 % der Kinder im Einschulalter geimpft, 2012 waren es 92,4 % und 2017 92,8 % (0,1 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr). Die für die Masern-Elimination zum Ziel gesetzte Impfquote von 95 % für die zweite Impfung konnte bisher nur in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern erreicht.

    2017 waren 92,6 % der Kinder gegen Röteln geimpft. Da heutzutage fast ausschließlich Kombinationsimpfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln verwendet werden, sind die Unterschiede in den Impfquoten minimal.

    Infografik Impfquoten

    Infografik Impfquoten

    Inkrafttreten des Masernschutzgesetzes: Ab 1. März 2020

    Am 14. November 2020 wurde die Verabschiedung des Masernschutzgesetzes ab März 2020 beschlossen. In der Begründung zum Entwurf des Masernschutzgesetzes heißt es, dass in den ersten Monaten des Jahres 2019 bereits mehr als 400 Masernfälle gemeldet worden sind. Demnach liege eine erhebliche Gefahr für die öffentliche Gesundheit vor, der mit weiterführenden Maßnahmen begegnet werden müsse. Der Gesetzentwurf zum Masernschutzgesetz sieht vor, dass alle Kinder beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten beide, von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Masern-Impfungen vorweisen müssen.

    Quellen und weiterführende Literatur

    • meduplus Kurs Hygienebeauftragter Arzt  Link
    • RKI Epidemiologisches Bulletin vom 2. Mai 2019/ Nr. 18 Link
    • Bundesministerium für Gesundheit: Masernschutzgesetz Referentenentwurf vom 14. November 2019 Link

    Weitere interessante Themen

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Impfung, Influenza

Frage der Woche: Ist die Grippeschutzimpfung für medizinisches Personal empfohlen?

Praxisschließung
  • „Ist die Grippeschutzimpfung für medizinisches Personal empfohlen?“

    – Frage eines meduplus Kunden

    Die Grippeschutzimpfung ist durch die STIKO für medizinisches Personal empfohlen.

    Die echte Grippe (Influenza) ist keine einfache Erkältung („grippaler Infekt“), sondern eine ernsthafte Erkrankung. Weltweit sterben jedes Jahr zwischen 290.000 bis 650.000 Menschen an durch Influenzaviren hervorgerufenen Atemwegserkrankungen. Insbesondere ist die Grippeschutzimpfung neben Älteren, Schwangeren und chronisch kranken Patienten auch für medizinisches und pflegerisches Personal empfohlen. Personal im Alten- und Pflegeheim, im Kreissaal, auf der Intensivstation und auch in der Praxis hat engen Kontakt zu schutzbedürftigen Patienten. Eine Impfung ist hier daher durch die Ständige Impfkommission des RKI (STIKO) empfohlen.

    Erhöhtes Risiko bei häufigem Kontakt zu Patienten

    Medizinisches und pflegerisches Personal hat engen Kontakt zu Patienten und deren Angehörigen und daher ein erhöhtes Risiko, selbst an Grippe zu erkranken. Zudem können Grippeviren übertragen werden, ohne dass es bemerkt wird. Entweder weil die Grippe nur leicht verläuft, oder keine typischen Krankheitszeichen auftreten. Eine Grippeimpfung des medizinischen Personals senkt das Risiko einer Grippeerkrankung und einer -ansteckung anderer drastisch. Besonders kranke Personen sowie Bewohner von Alten- und Pflegeheimen haben ein erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche Komplikationen – insbesondere für Lungenentzündungen durch bakterielle Superinfektionen. Die STIKO empfiehlt die Grippeimpfung daher für medizinisches Personal.

    Quellen und weiterführende Literatur

    • STIKO Schutzimpfung gegen Influenza Link
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Impfung

Einwände gegen das Impfen: „So genannte krankmachende Erreger existieren nicht.“

Die Wirksamkeit von Impfungen wurde niemals belegt.

Impfgegner gibt es schon so lange wie die Impfungen selbst. Bereits vor 12 Jahren formulierte das Robert Koch-Institut Antworten auf die 20 häufigsten Einwände gegen das Impfen. Mit diesen Einwänden von Patienten sehen sich Ärzte besonders häufig konfrontiert. Der zweite Einwand lautet: „So genannte krankmachende Erreger existieren nicht.“

„So genannte krankmachende Erreger existieren nicht.“

Diese Behauptung ist aus mehreren Gründen falsch. Eine Art Grundgesetz der Mikrobiologie lautet „Ohne Erreger, keine Impfung“. Impfstoffe werden direkt aus Krankheitserregern, deren Bestandteilen oder nah verwandten Erregerstämmen gewonnen. Dazu werden die Erreger abgeschwächt oder inaktiviert. So kann das Immunsystem sich sozusagen auf eine echte Krankheit vorbereiten. Es wäre unmöglich systematisch Impfstoffe zu entwickeln, ohne spezifisches Wissen über die Erreger zu haben.

Die Methodik geht bis auf Robert Koch zurück. Dazu zählt die Züchtung von Bakterien auf festem Nährboden sowie die Mikrofotografie. Er entdeckte die Milzbrandsporen als Ruheform des Milzbranderregers und konnte so zum ersten Mal Infektionskette und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Umweltfaktoren erklären. Dies war auch das erste Mal, dass ein Mikroorganismus als Ursache einer Infektionskrankheit nachgewiesen wurde. Da Viren mit einem Lichtmikroskop nicht erkennbar sind, gelang deren Darstellung erst mit einem Elektronenmikroskop. So liegen heutzutage detaillierte Bilder von verschiedensten Krankheitserregern vor.

Noch viel weiter kann man gehen, wenn der genetische Code der Keime vorliegt. So wird zum Beispiel der Hepatitis-B-Impfstoff in Hefezellen gentechnisch hergestellt. Somit besteht der Impfstoff lediglich aus einem HBs-Antigen, einem spezifischen Oberflächenmolekül des Virus. Anders als beispielsweise Grippe-Impfstoffe, die mit Hilfe von Hühnereiern hergestellt werden.

Alle Einwände

  1. Die Wirksamkeit von Impfungen wurde niemals belegt. Link 
  2. Krankmachende Erreger existieren nicht. Link

Quellen und weiterführende Literatur

  • Original-Text des Robert Koch-Institut Link
  • Kurs Hygienebeauftragter Arzt Link
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Impfung

Einwände gegen das Impfen: „Die Wirksamkeit von Impfungen wurde niemals belegt.“

Die Wirksamkeit von Impfungen wurde niemals belegt.

Impfgegner gibt es schon so lange wie die Impfungen selbst. Bereits vor 12 Jahren formulierte das Robert Koch-Institut Antworten auf die 20 häufigsten Einwände gegen das Impfen. Mit diesen Einwänden von Patienten sehen sich Ärzte besonders häufig konfrontiert. Der erste Einwand lautet: „Die Wirksamkeit von Impfungen wurde niemals belegt.“

„Die Wirksamkeit von Impfungen wurde niemals belegt.“

Diese Behauptung ist aus mehreren Gründen falsch. Die Wirksamkeit von Impfungen muss vor Einführung eines Impfstoffes belegt werden und wird in den meisten Fällen anschließend in weiteren Studien überprüft.

Ein Medikament muss nach geltendem europäischem und deutschem Arzneimittelrecht nachgewiesen wirksam und verträglich sein. Ohne diesen Nachweis erhält ein Impfstoff keine Zulassung. Auf europäischer Ebene ist dafür die Arzneimittelagentur European Medicines Agency (kurz EMA) zuständig. Auf Bundesebene liegt die Verantwortung beim Paul-Ehrlich-Institut.

Des Weiteren führen Hersteller, unabhängige Wissenschaftler an Universitäten sowie Forschungsinstitute Studien durch, die Wirksamkeit und Sicherheit von Impfungen fortlaufend untersuchen. Beim Masernimpfstoff führte dies zum Nachweis von Wirksamkeit und Sicherheit bei Millionen von Menschen. Dies ungeachtet davon, dass die Fallzahlen seit Einführung des Impfstoffes kontinuierlich sanken. Andere Beispiele für bekannte, erfolgreiche Impfstoffe stellen die Impfungen gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis) und Haemophilus influenzae (Typ b) dar, deren Fallzahlen nach Einführung der Impfungen um 90-99% zurückgingen.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Original-Text des Robert Koch-Institut Link
  • Kurs Hygienebeauftragter Arzt – Kapitel 10.1 Link

Kontaktaufnahme

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Impfung

19 durch Impfung vermeidbare Krankheiten

19 durch Impfung vermeidbare Krankheiten

Impfungen gehören zu den größten medizinischen Errungenschaften der Menschheit. Dank der Entwicklung von Impfstoffen können wir uns auch gegen Krankheiten schützen, gegen die es keine alternativen Medikationen gibt, zum Beispiel gegen einige Virus-Erkrankungen.

Noch immer ein Risiko: 19 durch Impfung vermeidbare Krankheiten

Wirksame Impfprogramme haben dazu geführt, dass die meisten Menschen in Industrieländern nie die Auswirkungen der durch Impfung vermeidbaren Krankheiten erlebt haben. Viele Menschen sind daher der Auffassung, dass von diesen Krankheiten keine Gefahr mehr ausgeht. In einigen Ländern haben unter anderem auch diese Vorstellungen zu einer geringeren Durchimpfung und zum Wiederaufleben ansteckender Krankheiten wie Keuchhusten, Diphtherie und Röteln geführt.

Durch Impfung vermeidbare Krankheiten

2012 hat die WHO eine Schätzung abgegeben, nach der Impfungen 2.5 Millionen Tode jedes Jahr vehindern. 1 von 7 Todesfällen unter Kleinkindern könnte durch Impfungen verhindert werden, vor allem in Entwicklungsländern. 4 Erkrankungen wurden von der WHO als Verantwortliche von 98 % der an durch Impfung vermeidbaren Tode erklärt. Dies sind: Masern, Haemophilus influenzae Serotyp b, Keuchhusten und Tetanus.

Aktualisierte Impfempfehlungen und Schulungen zum Thema

Im August 2019 wurde die Impfempfehlung der STIKO aktualisiert. Die vollständigen Neuerungen finden Sie Hier.

Besonders in Klinik und Praxis ist es unabdingbar das Personal bei Auftreten von Ausbrüchen rechtzeitig zum richtigen Verhalten zu schulen. Mit unseren Grundkursen Hygiene sind Sie immer auf dem aktuellsten Stand. Zudem bieten unsere Microlearnings, unter anderem zu den Themen Influenza und Noroviren sowie vielen weiteren Themen die Möglichkeit Ihr Personal innerhalb kürzester Zeit zum Verhalten bei saisonalen Erkrankungen oder Ausbrüchen zu schulen.

Quellen und weiterführende Literatur

  • WHO; Global Vaccine Action Plan 2011-2020 Link
  • RKI; Epidemiologisches Bulletin Nr. 34 vom 22.08.2019 Link

Mehr Informationen und Beratung

Fordern Sie unverbindlich weitere Informationen zu unserem Schulungsprogramm an. Einfach unten eintragen! Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme.

 

News
Impfung

Masernimpfpflicht in Deutschland ab März 2020

steigende Masernfälle

Seit 2001 werden in Deutschland jährlich Daten zum Impfstatus beim Schuleingang von Kindern erhoben. Die Quoten der langjährig etablierten Kinder-Standardimpfungen liegen auf hohem Niveau. Auffällig ist jedoch ein kontinuierlicher Rückgang der Impfquoten in den Jahren 2014 bis 2017. Zwar erreichen alle Bundesländer eine Impfquote von mindestens 95 % für die erste Impfung von Masern, Mumps und Röteln. Die Impfquoten für die zweite Impfung sind dagegen noch immer nicht ausreichend.

Standard-Impfungen bei Kindern

Die Schuleingangsuntersuchungen zum Impfstatus sind ein wichtiger Bestandteil zur Beurteilung der Gefährdung der Bevölkerung durch Infektionskrankheiten. Sie liefern wichtige Hinweise zu bestehenden Impflücken und geben Anhaltspunkte zur Durchführung von Impfprogrammen.Ein genereller Anstieg der Impfquoten zeigt sich für die Grundimmunisierung gegen Tetanus und Pertussis in den Jahren 2014 bis 2017.

Die Impfquoten für die erste Masern-Impfung sind von 95,9 % im Jahr 2008 auf 96,7 % in 2012 gestiegen und erreichten im Jahr 2017 bundesweit 97,1 %. Somit hat Deutschland 2017 wie auch bereits in den Vorjahren das WHO-Ziel einer Impfquote von mindestens 95 % zumindest für die erste Masern-Impfung erreicht. Dagegen stagniert die Impfquote für die zweite Masern-Impfung nach deutlichem Anstieg seit einigen Jahren. 2008 waren nur 89,0 % der Kinder im Einschulalter geimpft, 2012 waren es 92,4 % und 2017 92,8 % (0,1 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr). Die für die Masern-Elimination zum Ziel gesetzte Impfquote von 95 % für die zweite Impfung konnte bisher nur in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern erreicht.

2017 waren 92,6 % der Kinder gegen Röteln geimpft. Da heutzutage fast ausschließlich Kombinationsimpfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln verwendet werden, sind die Unterschiede in den Impfquoten minimal.

Infografik Impfquoten

Infografik Impfquoten

Einführung der Masernimpfpflicht ab März 2020

Das Bundeskabinett hat am 17. Juli 2019 die Einführung der Masernimpfpflicht ab März 2020 für Deutschland beschlossen. In der Begründung zum Entwurf des „Masernschutzgesetzes“ heißt es, dass in den ersten Monaten des Jahres 2019 bereits mehr als 400 Masernfälle gemeldet worden sind. Demnach liege eine erhebliche Gefahr für die öffentliche Gesundheit vor, der mit weiterführenden Maßnahmen begegnet werden müsse. Der Gesetzentwurf zum Masernschutzgesetz sieht vor, dass alle Kinder beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten beide, von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Masern-Impfungen vorweisen müssen.

Quellen und weiterführende Literatur

  • meduplus Kurs Hygienebeauftragter Arzt  Link
  • RKI Epidemiologisches Bulletin vom 2. Mai 2019/ Nr. 18 Link
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Impfung

Abschlusskolloquium Hygienebeauftragte MFA in Tuttlingen

Hygienebeauftragte MFA in Tuttlingen

Am Mittwoch, den 26. Juni 2019, kamen Medizinische Fachangestellte aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands nach Tuttlingen, um an dem Abschlusskolloquium des Kurses Hygienebeauftragte MFA teilzunehmen. Referentin des Kurses war die Hygieneexpertin Frau Mann aus Regensburg. Zum zweiten Mal fand das Kolloquium in Kooperation mit der Aesculap-Akademie statt. Wir gratulieren allen Teilnehmerinnen zum sehr guten Absolvieren des Präsenztages.

Hygienebeauftragte Medizinische Fachangestellte leisten einen entscheidenden Beitrag im Kampf gegen nosokomiale Infektionen. Als Vermittler und Multiplikator zwischen Hygienetheorie und Praxisalltag sollen sie in dieser Funktion die gesetzlichen und normativen Regelungen während ihrer täglichen Arbeit umsetzen und ihre Kollegen entsprechend schulen. In unserem Kurs vermitteln wir in einer Mischung aus Theorie und Praxis das nötige Know-How für diese anspruchsvolle Aufgabe.

Präsenztag Hygienebeauftragte MFA in Tuttlingen

An unserem Abschlusskolloquium in Tuttlingen nahmen Medizinische Fachangestellte aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen teil. Unter anderem waren die Fachrichtungen Chirurgie, Radiologie sowie Gastroenterologie und Dermatologie vertreten. Vor Ort wurde das Wissen aus dem zuvor durchgeführten Onlineteil des Kurses gefestigt. Zudem wurden spezifische Fragestellungen aus dem Praxisalltag diskutiert. Zum Abschluss eines spannenden und lehrreichen Tages wurden die Zertifikate an die neuen Hygienebeauftragten MFA verliehen.

Referentin Kathrin Mann zeigte sich sehr zufrieden. Bei bestem Wetter wurde der Präsenztag in der Aesculap Akademie in Tuttlingen mit der Verleihung der Zertifikate beendet. Wir wünschen allen Hygienebeauftragten MFA viel Erfolg bei der Umsetzung des neu erworbenen Hygienewissens in ihrem Praxisalltag.

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Hygienebeauftragte MFA

Meduplus vermittelt in einer Kombination aus E-Learning und Präsenzveranstaltungen die Qualifikation zur Hygienebeauftragten MFA nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH).

Zeit ist eine knappe Ressource in Einrichtungen des Gesundheitswesens. Anstatt drei Tage sind ihre Mitarbeiter in unserem Kurs nur einen Tag abwesend. Das E-Learning lässt sich bequem von jedem Rechner, Tablet oder Smartphone mit Internetanschluss absolvieren.

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Impfung

Wohin geht Ihre Reise? Wichtige Reiseschutzimpfungen im Überblick

Hepatitis A

Zum Ferienbeginn in Berlin und Brandenburg möchten wir Sie über empfohlene Reiseschutzimpfungen für beliebte Urlaubsdestinationen informieren. Insbesondere widmen wir uns in diesem Beitrag der Hepatitis A- sowie der FSME-Impfung.

Hepatitis A – Übertragung & Risikogebiete

Das Hepatitis A Virus wird häufig indirekt über kontaminiertes Wasser sowie über Lebensmittel (z.B. Meeresfrüchte wie Muscheln und Austern, aber auch Obst und Gemüse) übertragen. Eine aktive Impfung gegen das Hepatitis A Virus steht seit den 1990er Jahren zur Verfügung. In Deutschland wird sie als Indikationsimpfung für besondere Risikogruppen und für Reisende in Gebiete mit hoher Hepatitis-A-Prävalenz von der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) empfohlen.

Das Hepatitis A Virus weist vor allem in nicht-industrialisierten Ländern eine hohe Prävalenz auf, während die Prävalenz in industrialisierten Ländern generell niedrig ist. Die Meldeinzidenz von Hepatitis A in Deutschland lag in den Jahren 2013 – 2016 zwischen 0,8 und 1,1 Fällen pro 100.000 Einwohner. Im Jahr 2017 ist die Inzidenz auf 1,5 Fälle pro 100.000 Einwohner gestiegen. Weltweit weisen Südamerika, Asien und Afrika die höchste Hepatits-A-Prävalenz auf. Doch nicht nur vor Reisen zu fernen Zielen, sondern auch zu einigen europäischen Zielen,  wie dem Mittelmeerraum sowie Südosteuropa (u.a. Bulgarien, Rumänien), wird eine Reiseschutzimpfung empfohlen.

Hepatitis A – Datteln als Übertragungsvehikel?

Im Jahr 2018 wurden dem RKI in der zweiten Aprilhälfte jeweils drei Hepatitis-A-Fälle mit Marokko als vermuteten Infektionsort übermittelt, woraufhin eine Ausbruchsuntersuchung eingeleitet wurde. Befragungen führten zu der Hypothese, dass Datteln aus Marokko das Übertragungsvehikel dargestellt haben könnten. Diese Hypothese wurde mittels einer Fall-Kontroll-Studie untersucht.

Eine univariable Analyse konnte eine signifikante Assoziation zwischen dem Verzehr von Datteln und einer Hepatitis-A Infektion aufzeigen.

Marokko gehört zu den Hoch-Prävalenz-Ländern für Hepatits A. Eine Reiseschutzimpfung ist daher empfohlen. Die Untersuchungsergebnisse zeigten, dass Hepatitis-A-Erkrankungen durch eine bessere Information der Reisenden über bestehende Infektionsrisiken verhindert werden können.

FSME – Wann impfen?

Eine weitere Erkrankung, die durch eine bessere Reisevorbereitung verhindert werden kann, ist FSME. Wer seinen Urlaub in der Natur verbringt und sich in einem Risikogebiet aufhält, für den ist eine FSME-Impfung vor Reiseantritt von der Ständigen Impfkommission empfohlen. Im europäischen Ausland sind vor allem Österreich, das Baltikum, Teile Ost- und Südost­europas sowie Skandinavien und die Schweiz betroffen. Im Inland stellen Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, das südöstliche Thüringen und Sachsen FSME-Risikogebiete dar.

Empfohlene Reiseschutzimpfungen bei Fernreisen

Bei Reisen nach Asien, Afrika oder Lateinamerika wird generell eine Impfung gegen Hepatitis A und ggf. gegen Polio und Typhus
empfohlen. Auch die Tollwut-Impfung ist hier oft empfehlenswert. Außerdem wird bei längeren Aufenthalten auch eine Impfung gegen Hepatitis B empfohlen. In einigen Ländern besteht zudem eine Impfpflicht gegen Gelbfieber, das in Regionen Lateinamerikas und Afrikas verbreitet ist. Gegen eine weitere durch Mücken übertragene, meist lebensbedrohliche Erkrankung, die Japanische Enzephalitis, ist seit wenigen Jahren ebenfalls eine Impfung in Deutschland vorhanden. International wichtig ist auch der Schutz gegen Meningokokken. Lassen Sie sich vor einer Fernreise am besten durch das Auswärtige Amt zu empfohlenen Reiseschutzimpfungen beraten.

  • RKI; Epidemiologisches Bulletin Nr. 25; 20.Juni.2019 Link
  • Auswärtiges Amt; Reiseinformationen Link
  • RKI; FSME-Schutzimpfung Link
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Impfung

Borreliose-Monat Mai: Vorbeugen ist besser als Heilen

Borreliose-Monat Mai

Der Monat Mai gilt weltweit als Borreliose-Monat. Wir wollen den Mai daher nutzen, um auf die von Zecken übertragbaren Erkrankungen Borreliose sowie FSME aufmerksam zu machen. Im Jahr 2018 war  die gemeldete Zahl an Borreliose-Fällen in Bayern so hoch wie noch nie seit Einführung der Meldepflicht in 2013. Auch für FSME wurde im letzten Jahr ein starker Anstieg verzeichnet. Im Jahr 2018 wurden bundesweit 583 FSME-Erkrankungen und damit fast 100 Fälle mehr als im Vorjahr (2017: 486) an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. Das ist die höchste Zahl von FSME-Fällen seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001.

Durch Zecken übertragbare Borreliose-Bakterien

Die am häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheitserreger in Deutschland sind Borreliose-Baktieren. Jede dritte Zecke kann aktuellen Angaben zufolge Borrelien und andere krankmachende Bakterien übertragen. Jährlich sind zehntausende Menschen betroffen. Die Gefahr einer Übertragung ist umso höher, je länger die Zecke am Wirt saugen kann. Die bakterielle Erkrankung ist nicht ansteckend und lässt sich mit Antibiotika behandeln. Während es gegen FSME eine Impfung gibt, existiert diese nicht gegen die Borreliose.

Problematisch ist es zudem die Symptome der Borreliose zu erkennen. Dazu gehören relativ untypische Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber und Kopfschmerzen. Ein typisches Krankheitszeichen ist die sogenannte Wanderröte. Dabei zeigt sich im Bereich des Stichs eine großflächige und kreisförmige Rötung.

Nach Untersuchungen aus Deutschland und der Schweiz wurde nach einem Zeckenstich bei 2,6 bis 5,6% der Betroffenen eine Borrelien-Infektion nachgewiesen. Insgesamt ist bei 0,3 bis 1,4% der Zeckenstiche mit Krankheitssymptomen zu rechnen.

Durch Zecken übertragbare FSME-Viren

Ein weiterer Krankheitserreger, der durch Zecken übertragen werden kann, ist das FSME-Virus. Das FSME-Virus kann eine Frühsommer-Meningoenzephalitis auslösen. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems, die lebensgefährlich sein kann. Auch müssen Erkrankte mit schweren gesundheitlichen Folgen rechnen.

Vorbeugung ist besser als Heilung

Zur Behandlung der Borreliose stehen zwar Antibiotika zur Verfügung, doch generell gilt, dass ein Zeckenbiss gar nicht erst auftreten sollte, um die Gefahren der Borreliose zu vermeiden.

Im Gegensatz zur Borreliose ist FSME nicht ursächlich behandelbar. „Ärzte können in der Folge nur die Symptome lindern, beispielsweise Fieber oder Kopf- und Gliederschmerzen“, erklärt Prof. Dr. med. Tomas Jelinek, Medizinischer Direktor des Berliner Centrums für Reise- und Tropenmedizin (BCRT). Daher ist es wichtig, das Risiko einer Erkrankung von Anfang an zu verringern.

Aus zahlreichen Studien ist bekannt, dass das Virusvorkommen in den Zecken sehr stark schwanken kann, im Mittel tragen in FSME-Risikogebieten 0,1% bis 5 % der Zecken FSME-Viren. Hieraus ein Erkrankungsrisiko nach einem einzelnen Zeckenstich abzuleiten, ist nicht möglich.

Zum Schutz gegen FSME steht eine aus drei Teilimpfungen bestehende Schutzimpfung zur Verfügung, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts „für Personen, die in Risikogebieten wohnen oder arbeiten und dabei ein Risiko für Zeckenstiche haben und für Personen, die sich aus anderen Gründen in Risikogebieten aufhalten und dabei gegenüber Zecken exponiert sind“ empfohlen wird.

Quellen und weiterführende Literatur

  • meduplus Kurs Hygienebeauftragter Arzt Link
  • RKI; Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Zecken, Zeckenstich, Infektion, Stand: 04.2.2019 Link
  • Lymedisease.org Link

Weitere interessante Themen

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Impfung

Aktuelle Impfquoten bei Schuleingangsuntersuchungen

Hepatitis A

Seit 2001 werden in Deutschland jährlich Daten zum Impfstatus beim Schuleingang von Kindern erhoben. Die Quoten der langjährig etablierten Kinder-Standardimpfungen liegen auf hohem Niveau. Auffällig ist jedoch ein kontinuierlicher Rückgang der Impfquoten in den Jahren 2014 bis 2017. Zwar erreichen alle Bundesländer eine Impfquote von mindestens 95 % für die erste Impfung von Masern, Mumps und Röteln. Die Impfquoten für die zweite Impfung sind dagegen noch immer nicht ausreichend.

Standard-Impfungen bei Kindern

Die Schuleingangsuntersuchungen zum Impfstatus sind ein wichtiger Bestandteil zur Beurteilung der Gefährdung der Bevölkerung durch Infektionskrankheiten. Sie liefern wichtige Hinweise zu bestehenden Impflücken und geben Anhaltspunkte zur Durchführung von Impfprogrammen.Ein genereller Anstieg der Impfquoten zeigt sich für die Grundimmunisierung gegen Tetanus und Pertussis in den Jahren 2014 bis 2017.

Die Impfquoten für die erste Masern-Impfung sind von 95,9 % im Jahr 2008 auf 96,7 % in 2012 gestiegen und erreichten im Jahr 2017 bundesweit 97,1 %. Somit hat Deutschland 2017 wie auch bereits in den Vorjahren das WHO-Ziel einer Impfquote von mindestens 95 % zumindest für die erste Masern-Impfung erreicht. Dagegen stagniert die Impfquote für die zweite Masern-Impfung nach deutlichem Anstieg seit einigen Jahren. 2008 waren nur 89,0 % der Kinder im Einschulalter geimpft, 2012 waren es 92,4 % und 2017 92,8 % (0,1 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr). Die für die Masern-Elimination zum Ziel gesetzte Impfquote von 95 % für die zweite Impfung konnte bisher nur in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern erreicht.

2017 waren 92,6 % der Kinder gegen Röteln geimpft. Da heutzutage fast ausschließlich Kombinationsimpfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln verwendet werden, sind die Unterschiede in den Impfquoten minimal.

Infografik Impfquoten

Infografik Impfquoten

Hepatitis B-Impfquoten

Die Impfquoten für Hepatitis B sind seit Erfassung des Impfstatus stets geringer als die Impfquoten der Standardimpfungen für Kinder (dazu gehören die Impfungen gegen Diphterie, Pertussis, Poliomyelitis, Tetanus, Hib). Die Hepatitis-B-Impfquote bei Schuleingangsuntersuchung betrug 2017 bundesweit 86,9 %. In einigen Bundesländern liegt der Anteil begonnener, aber unvollständiger Impfserien gegen Hepatitis B bei 9 %.

Quellen und weiterführende Literatur

  • meduplus Kurs Hygienebeauftragter Arzt  Link
  • RKI Epidemiologisches Bulletin vom 2. Mai 2019/ Nr. 18 Link
News
Impfung

Impfwoche 2019 – Weltweit steigende Masernfälle

steigende Masernfälle

Derzeit werden weltweit steigende Masernfälle verzeichnet. Am 30. April 2019 findet anlässlich der Europäischen Impfwoche die 2. Nationale Konferenz zur „Elimination der Masern und Röteln in Deutschland“ statt. Die Erreichung höherer Impfquoten in Deutschland wird hier neben der Qualität der Surveillance Hauptthema der Konferenz sein. Nur durch eine höhere Impfquote kann das ehrgeizige WHO-Ziel der Elimination der Masern erreicht werden.

Weltweit steigende Masernfälle: Über 20 Millionen Kinder jährlich ohne Masern-Impfung

Masern gehören zu den am stärksten ansteckenden Krankheiten und werden durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen (Sprechen, Husten, Niesen) sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen übertragen. Weltweit steigende Masernfälle bereiten der WHO derzeit Sorgen. So sind allein in den ersten drei Monaten in 2019 weltweit rund 110.000 Masernfälle registriert worden. Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um das Dreifache.

Schätzungsweise 169 Millionen Kinder haben weltweit zwischen 2010 und 2017 ihre erste Dosis der Masern-Impfung nicht erhalten. Das sind durchschnittlich 21,1 Millionen Kinder jedes Jahr. Die steigende Zahl nicht-geimpfter Kinder hat zu den aktuellen Masern-Ausbrüchen in mehreren Ländern geführt, warnte UNICEF anlässlich der Weltimpfwoche.

„Die Basis für die globalen Masern-Ausbrüche, die wir jetzt erleben, wurde bereits vor Jahren gelegt“, so UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Das Masern-Virus wird es immer schaffen, ungeimpfte Kinder zu finden. Wenn es uns ernst damit ist, die Ausbreitung dieser gefährlichen, aber vermeidbaren Krankheit zu stoppen, müssen wir dafür sorgen, dass jedes Kind geimpft ist – in armen ebenso wie in wohlhabenden Ländern.“

Für einen vollständigen Schutz sind zwei Masern-Impfungen notwendig. Die globale Impf-Rate für die erste Masern-Dosis lag 2017 bei 85 Prozent, nur 67 Prozent haben auch die zweite Impf-Dosis erhalten.

WHO-Ziel: Elimination der Masern bis 2020

Am 30. April 2019 findet anlässlich der Weltimpfwoche am Robert Koch-Institut in Berlin die 2. Nationale Konferenz zur Elimination der Masern und Röteln in Deutschland statt. Ziel muss sein, die Bedeutung der Masern-Impfung in der Bevölkerung zu verbreiten und so eine höhere Impfquote zu erreichen. Neben Deutschland unterstützen 52 Mitgliedstaaten der WHO-Region Europa das Ziel der Masern- und Rötelnelimination.

Die Weltimpfwoche findet jährlich in der letzten Aprilwoche statt, um auf die Bedeutung von Impfungen zum Schutz vor gefährlichen Krankheiten aufmerksam zu machen. Impfungen retten schätzungsweise drei Millionen Kindern jährlich das Leben. Weitere 1,5 Millionen Todesfälle könnten jedes Jahr verhindert werden, wenn alle Kinder ausreichend geimpft wären.

Quellen und weiterführende Informationen

  • meduplus Smart Learning© Grundkurs Hygiene für Ärzte, Pflegekräfte, MFA und Hilfspersonal Link
  • RKI Epidemiologisches Bulletin; Ausgabe 33, 16. August 2018 Link
  • RKI Epidemiologisches Bulletin; Ausgabe 32, 16. August 2010 Link
  • RKI; Elimination der Masern und Röteln Link
  • PLoS ONE; Ausgabe 8, 2013 Link
  • UNICEF: Anstieg von Kindern ohne Impfung Link
  • UNICEF: Masern-Anstieg Link
News
Impfung

Europäische Impfwoche 2019

Europäische Impfwoche

Vom 24. bis 30. April 2019 findet die Europäische Impfwoche statt. Das Ziel der diesjährigen Europäischen Impfwoche ist, das Bewusstsein für den Nutzen von Impfungen zu stärken und die Helden des Impfalltags zu feiern, die auf unterschiedliche Weise zum Schutz von Menschenleben durch Impfungen beitragen. Zu ihnen zählen neben den medizinischen Fachkräften, die Impfungen verabreichen, auch Eltern, die ihre Kinder impfen lassen, sowie all jene, die sich um evidenzbasierte Informationen bemühen und diese weitergeben. Impfungen retten jedes Jahr Millionen Menschenleben und sind weltweit eine der erfolgreichsten und kosteneffizientesten Gesundheitsmaßnahmen. Diese Botschaft soll während der Europäischen Impfwoche vermittelt werden. Die Europäische Impfwoche ist zudem in den größeren Rahmen der Weltimpfwoche 2019 eingebunden, deren diesjähriges Motto lautet „Protected Together, #Vaccines Work“ („Gemeinsam geschützt: Impfungen wirken“).

Weltmalariatag – Impfkampagne soll Zehntausende Leben retten

Am 2. Tag der Weltimpfwoche wird zugleich der Weltmalariatag begangen. Ein Tag, an dem auf die aktuelle Situation sowie auf die neuen Entwicklungen auf dem Gebiet aufmerksam gemacht werden soll. Diese Woche startet die weltweit erste Malaria-Impfkampagne. Im Rahmen eines Pilotprojektes sollen zuerst in Malawi, später auch in Ghana und Kenia bis 2022 insgesamt jedes Jahr rund 360.000 Kleinkinder gegen Malaria geimpft werden. Jährlich sterben in Afrika immer noch rund 250.000 Kinder an der Infektionskrankheit. „Die Impfung hat das Potenzial, das Leben von Zehntausenden Kindern zu retten“, so Mary Hamel, Koordinatorin des Malaria-Impfprogramms der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Impfskepsis als eine der 10 größten globalen Gesundheitsbedrohungen für 2019

Ausbrüche impfpräventiver Krankheiten wie Masern und Diphterie werden von der WHO als eine der zehn größten Bedrohungen der Weltgesundheit für 2019 eingeschätzt. Eine für die WHO tätige Beratungsgruppe für Immunisierungen sieht Bequemlichkeit, einen beschwerlichen Zugang zu Impfstoffen und Mangel an Vertrauen in Impfungen als die wesentlichen Ursachen für Impfskepsis an. Kampagnen wie die Weltimpfwoche sind daher wichtig, um falschen Vorurteilen gegen das Impfen ein Ende zu bereiten und Wissenslücken in der Bevölkerung zu schließen.

Quellen und weiterführende Informationen

  • meduplus Smart Learning© Grundkurs Hygiene für Ärzte, Pflegekräfte, MFA und Hilfspersonal Link
  • WHO: Die 10 größten Herausforderungen für die Weltgesundheit Link
  • WHO: Artikel der Beratungsgruppe für Immunisierung zur Impfskepsis Link
  • WHO: Malaria-Impf-Pilotprojekt Link
News
Impfung

Elimination der Masern bis 2020?

Mycobacterium tuberculosis

Die WHO hat es sich zum Ziel gesetzt, die Masern bis 2020 zu eliminieren. Damit Deutschland dieses Ziel erreicht, dürfte es nur maximal 80 Masern-Fälle pro Jahr geben. Derzeit sind die Fallzahlen allerdings noch sehr viel höher. Am 30. April 2019 findet anlässlich der Europäischen Impfwoche die 2. Nationale Konferenz zur „Elimination der Masern und Röteln in Deutschland“ statt. Die Erreichung höherer Impfquoten in Deutschland wird hier neben der Qualität der Surveillance Hauptthema der Konferenz sein. Nur durch eine höhere Impfquote kann das ehrgeizige WHO-Ziel der Elimination der Masern erreicht werden.

Masern: Komplikationen und mögliche Spätfolgen

Masern gehören zu den am stärksten ansteckenden Krankheiten und werden durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen (Sprechen, Husten, Niesen) sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen übertragen. Es existiert keine spezifische antivirale Therapie zur Behandlung der Masern. Abhängig von den Organmanifestationen erfolgt eine symptomatische Behandlung.

Bei einem von 1.000 Kindern, die an Masern erkranken, entwickelt sich eine Entzündung des Gehirns, die sogenannte Masern-Enzephalitis. Diese kann zu bleibenden Hirnschäden führen und sogar tödlich verlaufen. Die ebenfalls durch das Masernvirus erzeugte und meist tödlich verlaufende subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) ist die am meisten gefürchtete Spätfolge der Masern. Forscher weisen jetzt darauf hin, dass die SSPE möglicherweise häufiger auftreten könnte als bisher angenommen. Nach einer Studie aus 2013 kommt es bei einem von 3.300 Kindern im Alter unter 5 Jahren zu einer SSPE als Spätfolge der Maserninfektion.

WHO-Ziel: Elimination der Masern bis 2020

Eigentlich sollte es maximal einen Masernfall pro eine Million Einwohner geben. Das gilt zumindest, wenn die Elimination der Masern das Ziel ist, wie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen. Möchte Deutschland dieses Ziel erreichen, gilt: maximal 80 Masern-Fälle pro Jahr. Doch die Zahlen der letzten Jahre sehen anders aus: 2018 waren es 542, 2017 930 und 2016 323 Masern-Fälle in Deutschland.

Am 30. April 2019 findet anlässlich der Europäischen Impfwoche am Robert Koch-Institut in Berlin die 2. Nationale Konferenz zur Elimination der Masern und Röteln in Deutschland statt. Ziel muss sein, die Bedeutung der Masern-Impfung in der Bevölkerung zu verbreiten und so eine höhere Impfquote zu erreichen. Neben Deutschland unterstützen 52 Mitgliedstaaten der WHO-Region Europa das Ziel der Masern- und Rötelnelimination.

Quellen und weiterführende Informationen

  • meduplus Smart Learning© Grundkurs Hygiene für Ärzte, Pflegekräfte, MFA und Hilfspersonal Link
  • RKI Epidemiologisches Bulletin; Ausgabe 33, 16. August 2018 Link
  • RKI Epidemiologisches Bulletin; Ausgabe 32, 16. August 2010 Link
  • RKI; Elimination der Masern und Röteln Link
  • PLoS ONE; Ausgabe 8, 2013 Link
News
Impfung, Influenza

Influenza: Grippeschutzimpfung bei Kindern

Patientenschutz beim Legen peripherer Venenkatheter

Vergangenen Monat berichtet das Robert Koch-Institut von der schweren Grippewelle im Winter 2017/2018. So gab es etwa neun Millionen influenzabedingten Arztbesuche und rund 45.000 influenzabedingten Krankenhauseinweisungen. Eine Influenza kann besonders bei älteren Menschen einen schweren bis tödlichen Verlauf nehmen. Dieser Artikel behandelt die Grippeschutzimpfung bei Kindern. Hier finden Sie Informationen zur Grippeschutzimpfung bei Erwachsenen und in Alten- und Pflegeheimen.

Kinder mit chronischen Erkrankungen haben ein höheres Risiko, an einer echten Virusgrippe (Influenza) schwer zu erkranken. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt daher Kindern, die an einer chronischen Erkrankung leiden, jedes Jahr im Herbst eine Impfung gegen Grippe.

Influenza: Grippeschutzimpfung bei Kindern

Die STIKO empfiehlt die Grippeimpfung allen Kindern, die bei einer Grippeerkrankung ein erhöhtes Risiko für Komplikationen haben. Dazu gehören Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen, wie zum Beispiel:

  • chronische Krankheiten der Atmungsorgane (inklusive Asthma, Mucoviszidose und andere)
  • chronische Herz-, Leber- und Nierenerkrankungen Stoffwechselkrankheiten, z. B. Diabetes mellitus
  • Kinder mit angeborener oder erworbener Immunschwäche oder unter immunsuppressiver Behandlung, z.B. bei HIV, Tumoren, Immundefekten
  • Kinder, die mit chronisch kranken oder immunsupprimierten Kindern oder Erwachsenen in einem Haushalt leben und diese daher anstecken könnten.

Als Risikopersonen gelten hierbei unter anderem Kinder und Erwachsene mit Grunderkrankungen, bei denen es Hinweise gibt, dass die Grippeimpfung deutlich schlechter wirkt (beispielsweise bei dialysepflichtiger Nierenerkrankung oder angeborener bzw. erworbener Schwäche des Immunsystems).

Die Grippeschutzimpfung hat viele Vorteile: Weniger schwere Grippeerkrankungen und Folgeerkrankungen (bspw. Lungenentzündung) und weniger Krankenhausaufenthalte durch Grippeerkrankungen. Neben der Senkung des eigenen Erkrankungsrisikos können auch Personen im Umfeld geschützt werden, die selbst nicht geimpft werden können.

Mehr Informationen zu Sicherheit und Wirksamkeit der Grippeschutzimpfung bei Kindern stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Zusammenarbeit mit dem
Robert Koch-Institut (RKI) im Rahmen der Kampagne „Wir kommen der Grippe zuvor“ zur Verfügung. Für Einrichtungen des Gesundheitswesens gibt es kostenlose Broschüren und Poster, zumeist auch auf Englisch, Russisch, Türkisch und Arabisch. Die Materialien können hier bestellt werden.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Grundkurs Hygiene 2018 für Ärzte, Kapitel 6.3 „Saisonale Influenza“ Link
  • Grundkurs Hygiene 2018 für MFA, Kapitel 5.3 „Saisonale Influenza“ Link
  • Influenza (Robert Koch-Institut) Link
  • Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts (12.09.2018) Link