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Grundkurs BLS, Notfallmangement und Erste Hilfe – Herzstillstand

Die folgenden Inhalte stammen aus dem Grundkurs Basic Life Support, Notfallmanagement und Erste Hilfe, der Teil des meduplus-Pflichtschulungspakets ist.

Pro Jahr erleiden über 70.000 Menschen in Deutschland einen plötzlichen Herzstillstand. Wenn nicht sofort Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet werden, führt dieser in wenigen Minuten zum Tode. Die Einleitung der Wiederbelebungsmaßnahmen geschieht häufig durch den Ersthelfer – auch Laien! Wenn Sie vor Ort sind und den Kollaps beobachten, können Sie die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsteams überbrücken. Damit können Sie die Überlebenschancen des Patienten deutlich erhöhen! Meist sind Angehörige oder Passanten in der Nähe, die helfen können.

Auf Grund der komplizierten Regeln, Angst vor Infektionen oder Ekel vor einer Mund zu Mund Beatmung, oder auch nur durch Unwissenheit, geschieht die spontane Hilfe nur in 30 Prozent der Fälle. Heute sagt man, dass auf die Mund-zu-Mund-Beatmung verzichtet werden kann zu Gunsten einer alleinigen kontinuierlichen Herzdruckmassage! Es ist nicht der Sauerstoff, der dem Körper in den ersten 10 Minuten nach einem Herzstillstand fehlt. Es ist der fehlende Blutfluss, so dass der Sauerstoff nicht zum Gehirn transportiert werden kann. Durch die Herzdruckmassage wird ein solcher Blutfluss hergestellt, mit dem der Sauerstoff zum Gehirn gepumpt wird. Und nur die Herzdruckmassage alleine hilft schon viel mehr als gar nichts zu machen.

In Arztpraxen stehen in der Regel Hilfsmittel wie ein Ambu-Beutel  zur Verfügung, so dass diese Ängste unberechtigt sind. Der Umgang mit dem Ambu-Beutel und mit dem  vorliegenden Equipment sollte regelmäßig trainiert werden. Damit können bei Eintritt der Notfallsituation Hemmungen minimiert werden.

Ablauf der Cardiopulmonalen Reanimation

Hilfe herbeirufen! Rettungskette auslösen

Kontrolle der Herzfunktion durch Pulskontrolle am Handgelenk und Hals

→ Beginn Herzdruckmassage

Ist keine Herz- und Atemfunktion erkennbar, beginnt man mit der Cardio-Pulmonalen-Wiederbelebung. Der Patient muss auf den Rücken gelegt werden, möglichst auf eine harte Unterlage (Fußboden / Reanimationsbrett). Ein Helfer kniet sich an eine Seite des Patienten – egal ob rechts oder links. Ein Handballen wird auf die Mitte des Brustkorbes aufgesetzt, die zweite Hand wird auf den Handrücken der Ersten platziert. Mit gestreckten Armen wird das Brustbein nun tief (ca. 5 bis 6 cm) und schnell genug (100- bis 120-mal pro Minute – hier ist der Takt des Liedes „Stayin´Alive von den Bee Gees eine gute Hilfe), in Richtung Wirbelsäule gedrückt. Nach jedem Drücken sollte das Brustbeins vollständig entlastet sein, ohne den Kontakt zwischen Hand und Brustbein zu verlieren. Die Herzdruckmassage wird so lange fortgeführt, bis das Rettungsteam eintrifft.

Einsatz des AED

Ist nur ein Helfer vor Ort, beginnt dieser nach Auslösen der Rettungskette sofort mit der Herzdruckmassage und führt diese fort, bis Hilfe da ist.

Sind weitere Helfer vor Ort und jemand weiß, wo sich in der Nähe ein AED = Automatisierter Externer Defibrillator, befindet, wird dieser von einem zweiten Helfer besorgt.

Nach Einschalten befolgt man die Anweisungen des integrierten Sprachmoduls. Siehe auch folgendes Kapitel.

Fortsetzung der Herzdruckmassage

Nach dem Schock wird die Druckmassage sofort weitergeführt. Auch wenn kein Schock empfohlen wurde, wird die Herzdruckmassage für weitere 2 Minuten fortgeführt. Anschließend erfolgt eine erneute Herzrhythmusanalyse durch den AED. Ein AED leitet mit seinen Ansagen durch das Procedere.

Fortführen der Cardiopulmonalen Reanimation

Bis zum Eintreffen des Arztes, bzw. Rettungsdienstes, wird die Durchführung der Reanimation nicht unterbrochen.

Einsatz des AEDs

AED = Automatisierter Externer Defibrillator

Die Defibrillation mittels AED – das Beseitigen von Herzkammerflimmern (also eine aus dem Takt geratene Herzfunktion) mit einem Elektroschock – gehört zu den ergänzenden Wiederbelebungsmaßnahmen. Der Einsatz ersetzt nicht die Herzdruckmassage!

Zwar wird durch die Herzdruckmassage beim flimmernden Herzen so viel Blut zum Gehirn gepumpt, dass die Gehirnzellen vor dem Absterben weitgehend geschützt sind, jedoch kann eine normale Herz-Kreislauf-Funktion erst wieder aufgenommen werden, wenn das Herzkammerflimmern beseitigt ist und das Herz wieder alleine die Pumpfunktion übernehmen kann.

Der Einsatz des AED ersetzt nicht die Herzdruckmassage!

Mit diesem Zeichen werden an öffentlichen Plätzen, z.B. Flughäfen, Bahnhöfen, Sparkassen etc. auf einen Defibrillator hingewiesen. Der Hinweis kann in rot oder grün gekennzeichnet sein.

Die Geräte funktionieren weitgehend automatisch. Durch Sprachanweisungen werden die Ersthelfer über die notwendigen Schritte informiert.

Sobald der AED vor Ort ist, wird dieser eingeschaltet. Nun sollen die Anweisungen des integrierten Sprachmoduls befolgt werden. Die Herzdruckmassage wird während der Vorbereitung des AED (Kleidung öffnen und Elektroden aufkleben) nicht unterbrochen! Erst wenn die Stimme sagt: „Patienten nicht berühren“, Herzdruckmassage kurz unterbrechen. Nun analysiert der AED den Herzrhythmus und fordert den Helfer auf, den Schock auszulösen.

Sofern das Gerät nach der Rhythmusanalyse durch Ansage die Schockabgabe empfiehlt, wird diese durch Drücken der Schocktaste ausgelöst. Wird kein Schock empfohlen, wird die Herzdruckmassage 2 Minuten fortgesetzt.

Lediglich zum Zeitpunkt der Analyse des Rhythmus und der Schockabgabe wird die Druckmassage unterbrochen. In diesen Phasen darf der Ersthelfer den Patienten nicht berühren. Der Defibrillator meldet sich in regelmäßigen zeitlichen Abständen mit Sprachanweisungen, um entweder die Herzdruckmassage durch Vorgabe der Taktfrequenz zu unterstützen oder um erneute EKG-Kontrollen beim Patienten durchzuführen.