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Erkrankungen, Impfungen & Prävention

FSME – neue Risikogebiete in Deutschland

FSME

Nicht nur Borreliose kann durch Zecken übertragen werden, sondern auch FSME. Das FSME-Virus kann eine Frühsommer-Meningoenzephalitis auslösen. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems, die lebensgefährlich sein kann. Auch müssen Erkrankte mit schweren gesundheitlichen Folgen rechnen. Hier kann eine Impfung Schutz bieten. Eine Impfung wird empfohlen, wenn Sie in den Risikogebieten wohnen oder einen Urlaub in die entsprechende Region planen.

Vorbeugung ist besser als Heilung

Denn FSME nicht ursächlich behandelbar. „Ärzte können in der Folge nur die Symptome lindern, beispielsweise Fieber oder Kopf- und Gliederschmerzen“, erklärt Prof. Dr. med. Tomas Jelinek, Medizinischer Direktor des Berliner Centrums für Reise- und Tropenmedizin (BCRT). Daher ist es wichtig, das Risiko einer Erkrankung von Anfang an zu verringern.

Aus zahlreichen Studien ist bekannt, dass das Virusvorkommen in den Zecken sehr stark schwanken kann, im Mittel tragen in FSME-Risikogebieten 0,1% bis 5 % der Zecken FSME-Viren.

Nun kommen noch drei weitere Risikogebiete dazu

Diese grenzen alle an bekannte Risikogebiete.

  • Sachsen-Anhalt, neues Gebiet ist LK Anhalt-Bitterfeld
  • Bayern, neue Gebiete sind LK Fürstenfeldbruck und SK München hinzu. 

Derzeit sind 178 Kreise als FSME-Risikogebiete ausgewiesen. In 2022 wurden 30 Prozent mehr FSME Fälle übermittelt als im Vorjahr. Die gemeldete Anzahl belief sich auf  546 FSME-Erkrankungen im Jahr 2022. Die Mehrzahl der Erkrankten war nicht oder nur unzureichend geimpft.

Zum Schutz gegen FSME steht eine aus drei Teilimpfungen bestehende Schutzimpfung zur Verfügung, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts “für Personen, die in Risikogebieten wohnen oder arbeiten und dabei ein Risiko für Zeckenstiche haben und für Personen, die sich aus anderen Gründen in Risikogebieten aufhalten und dabei gegenüber Zecken exponiert sind” empfohlen wird.

Auch interessant: Information zu Borreliose

Quellen und weiterführende Literatur

  • meduplus Kurs Hygienebeauftragter Arzt Link
  • RKI; Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Zecken, Zeckenstich, Infektion, Stand: 04.2.2019 Link
  • RKI; FSME Risikogebiete Link

Weitere interessante Themen

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Erkrankungen

Influenza Impfung: Impfquote liegt deutlich unter dem gewünschten Niveau

Zoonosen sind nach der World Health Organisation (WHO) definiert als “Krankheiten und Infektionen, die auf natürlichem Wege zwischen Wirbeltieren und Menschen übertragen werden“. Sie sind von Tier zu Mensch und/oder von Mensch zu Tier übertragbar. 

Als Zoonoseerreger kommen Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten in Betracht. Derzeit sind weltweit über 200 Zoonosen bekannt.

Einige davon sind:

  • Aviäre Influenza
  • Tollwut
  • Toxoplasmose
  • Tuberkulose/Mykobakteriose

Die Lebenszyklen und die Übertragungswege von zoonotischen Erregern können sehr unterschiedlich sein. Hierzu zählen Bissverletzungen, Schmierinfektionen oder sogenannte Vektoren, wie Mücken oder Zecken.

Je nach Übertragungsart können Zoonosen in verschiedene Gruppen unterteilt werden:

  • Direktzoonosen (Orthozoonosen): Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt oder mechanischen Vektor. 
  • Latente Zoonosen: Diese werden durch einen asymptomatisch infizierten Zwischenwirt übertragen.  
  • Metazoonosen: Bei einer Metazoonose muss der Erreger zwischen verschiedenen Wirten wechseln. Der Zwischenwirt wird in diesem Fall auch als Vektor bezeichnet.
  • Saprozoonose: Handelt es sich um eine Saprozoonose, ist das Erregerreservoir oder bestimmte Entwicklungsphasen des Erregers außerhalb des Tierreichs (nichtanimalisch), z. B. im Wasser oder im Boden, zu finden.
  • Zyklozoonosen: Bei der Zyklozoonose muss der Erreger zwischen verschiedenen Wirten wechseln. Sowohl Zwischen- als auch Endwirt sind Wirbeltiere. Diese Form der Zoonose wird ausschließlich bei parasitären Erregern beobachtet, die einen heteroxenen Zyklus haben.

Viele Zoonose sind menschengemacht, stimmt das?

Durch den Eingriff des Menschen ist das Ökosystem werden Zoonosen begünstigt. Dies wurde von britischen Forschern nachgewiesen. 

Die Nutzung der Lebensräume und  Ökosysteme durch den Menschen hat Auswirkungen auf lokale zoonotische Wirtsgemeinschaften. 

So entstehen mehr Arten und auch eine größere Anzahl zoonotischer Wirte. Hier trägt auch die Umwandlung von Wäldern in Städte oder Tiermärkte bei, die Wild- und Heimtiere auf engem Raum zusammenbringen, wie sie z. B. in China zu finden sind.

Die Wissenschaft warnt vor künftigen Pandemien und Zoonosen. Ein Beweis sei die zoonotische Covid-19-Pandemie. WHO-Experten halten die Übertragung des Coronavirus auf den Menschen durch ein Zwischenwirt-Tier für sehr wahrscheinlich. Ob die Pandemie auf einem Markt im chinesischen Wuhan begann, konnte nicht geklärt werden.

Quellen

https://www.tagesschau.de/ausland/asien/who-ursprung-coronavirus-101.html
https://zoonosen.net/zoonosenforschung/was-sind-zoonosen
https://www.lgl.bayern.de/tiergesundheit/tierkrankheiten/zoonosen/index.htm
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/Z/Zoonosen/Zoonosen.html

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Welt-Polio-Tag 2022: Gemeinsam gegen die Kinderlähmung

Auch wenn der letzte Fall von Polio in Deutschland mittlerweile mehr als 20 Jahre her ist, gibt es noch immer internationale Fälle von Kinderlähmung, die Besorgnis erregen.

Was ist Polio?

Die Poliomyelitis ist eine Viruskrankheit, die hochinfektiös ist und sich meist durch Schmierinfektion ausbreitet. Mangelnde Hygiene begünstigt hierbei die Ausbreitung. Insbesondere bei Kindern verursacht das Virus schwere Verläufe, es kann zu Lähmungen der Arme, Beine und der Atmung kommen. Daher spricht man auch von der Kinderlähmung.

Kinderlähmung- noch immer ein Thema?

Dem Ziel der »Global Polio Eradication Initiative« (GPEI), einer internationalen Kampagne der Weltgesundheitsorganisation (WHO), zufolge sollte Kinderlähmung bis zum Jahr 2000 längst ausgelöscht sein. Doch vor kurzem tauchten Polio-Viren im Abwasser von New York und London auf.

Außerdem bemängeln viele entwicklungspolitische Organisationen, dass seit der Corona-Pandemie andere gefährliche Krankheiten aus dem Fokus gerieten, was unter Anderem auch Folgen auf die Immunisierungsrate von Polio hatte.

Insbesondere das zirkulierende Impfpoliovirus bereitet den Wissenschaftlern schon seit Längerem Kopfzerbrechen. Eine Mutation zu einer gefährlichen Variante ist hierbei nicht unwahrscheinlich. Wenn zeitgleich die Impfquoten niedrig sind, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Poliomyelitis dorthin zurückkehrt, wo sie einst als ausgelöscht galt.

Impfung gibt Hoffnung

Experten weisen allerdings auch darauf hin, dass der Kampf gegen die Viruskrankheit sehr weit fortgeschritten ist. Die Hoffnung liegt hierbei bei neuen oralen Impfstoffen. Generell helfen auch schon höhere Impfquoten und mehr Abwasseruntersuchungen in Großstädten.

Hygiene spielt bei Polio auch eine wesentliche Rolle. Schützen Sie sich deswegen mit unseren Hygienekursen und bilden Sie sich weiter fort!

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Quellen und weiterführende Literatur

  • Was ist eigentlich Kinderlähmung? Link

  • Poliomyelitis RKI-Ratgeber Link

 

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Sind Heimtests für Krankheiten eher hilfreich oder schädlich? – Teil 2

biozide Wirkstoffe

Durch Corona haben wir uns alle daran gewöhnt, uns selbst zu Hause zu testen. Ein Corona-Schnelltest ist jedoch nur einer von vielen medizinischen Heimtests, bei denen Benutzer eine Probe (typischerweise Blut, Urin, Speichel oder Schleim) entnehmen und sofort oder nach Einsendung an ein Labor Ergebnisse erhalten.

In diesem letzten Teil unser dreiteiligen Blogserie gehen wir darauf ein, weshalb Heimtests nur in Verbindung mit ärztlicher Absprache und Betreuung Anwendung finden sollten und was Sie sonst noch beachten sollten.

Halten Sie Ihren Arzt auf dem Laufenden

Normalerweise wird es empfohlen, mit einem Arzt zu sprechen, bevor man selbst einen medizinischen Heimtest macht.

Einige Hersteller stellen medizinisches Fachpersonal zur Verfügung, um Tests zu empfehlen und Benutzer zu beraten. Aber diese Fachleute vertreten vorrangig die Interessen des Testunternehmens. Ihnen fehlt auch der volle Umfang an Informationen über die Patienten und ihre Krankengeschichte. Außerdem können Faktoren wie das Alter und die Medikamente, die jemand einnimmt, die Ergebnisse eines Heimtests beeinflussen.

Ein Arzt, der mit einem Patienten vertraut ist, wird wahrscheinlich besser wissen, wie man feststellen kann, was nicht in Ordnung ist, als ein einzelner medizinischer Test zu Hause. Ein einzelnes Testergebnis lässt sich mit einem Blick auf einen kleinen Bildausschnitt vergleichen, der es schwer macht, das ganze Bild zu verstehen.

Was Sie vor dem Kauf eines Heimtests beachten sollten

  • Stellen Sie fest, ob der Test CE-zertifiziert ist. Überprüfen Sie bei Tests, die Sie versenden, das Etikett oder die Beschreibung, um sicherzustellen, dass auch das Labor zertifiziert ist. Das bedeutet, dass der Test Qualitätsstandards entspricht und dass das Labor regelmäßigen Kontrollen unterzogen wird.
  • Fragen Sie einen Arzt, ob Tests zu Hause der beste Weg sind, um die gewünschten Informationen zu erhalten. Möglicherweise gibt es einen alternativen Ansatz, der Ihnen helfen könnte, Ihren gesundheitlichen Problemen effektiver und schneller auf den Grund zu gehen. Außerdem werden Tests, die ein Arzt verordnet, in der Regel von der Krankenkasse bezahlt. Auf die meisten erhältlichen Heimtests trifft das nicht zu.
  • Überprüfen Sie die Aufbewahrungshinweise und das Verfallsdatum. Einige Tests sind temperatur- und feuchtigkeitsempfindlich.
  • Befolgen Sie genau die Anweisungen. Faktoren wie Tageszeit, konsumierte Speisen und Getränke sowie Nahrungsergänzungsmittel, die Sie einnehmen, können die Ergebnisse beeinflussen. Viele Testanbieter haben Tutorials oder geschultes Servicepersonal, das Sie beraten kann.
  • Machen Sie sich klar, dass kein Test perfekt ist. Coronavirus-Tests, die sofortige Ergebnisse liefern, sind im Allgemeinen weniger empfindlich als diejenigen, die Sie an ein Labor schicken. Heimtests für eine Harnwegsinfektion können weniger häufige Arten von Bakterien nicht erkennen.

Falls ein Heimtest ein positives Ergebnis bringt, sollten Sie unbedingt mit einem Arzt über die Ergebnisse und die nächsten Schritte zur Behandlung sprechen.

Quellen und weiterführende Literatur

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MRSA – Hygiene schützt

Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus, kurz MRSA, sind Bakterien, die auf der Haut und Schleimhaut von vielen gesunden Menschen vorkommen. Sie machen uns also nicht zwangsläufig krank.

Erst wenn die Bakterien durch Schleimhäute und Wunden in den Körper gelangen, kann möglicherweise eine Infektion ausbrechen.

Da MRSA gegen zahlreiche Antibiotika multiresistent sind, kann die Erkrankung einen schweren Verlauf nehmen.

Mögliche Übertragungswege in Kürze

  • von Mensch zu Mensch
  • von Tier zu Mensch
  • durch verunreinigte Gegenstände

Die Krankheitsanzeichen von MRSA

  • Infizierte Wunden
  • Hautentzündungen
  • Entzündungen der Organe


Neueste Forschungen haben ergeben, dass die Resistenz nicht nur aufgrund von Antibiotika entstanden ist.
Zu dieser Erkenntnis kam das Team von Jesper Larsen vom Statens Serum Institut in Kopenhagen.

Sein Team und eine Gruppe von Forschern untersuchten hunderte von überfahrenen Igeln. Sie fanden unter anderem heraus, dass vor allem Igel in Westeuropa die MRSA-Varianten mit dem Gen mecC auf der Haut tragen. Diese enthalten den Bauplan für ein Enzym, das die Bakterien gegen zahlreiche Beta-Laktam-Antibiotika resistent macht.

Die Forscher gehen davon aus, dass die Resistenz aufgrund eines häufig auftretenden Hautpilzes entstanden ist. Des Weiteren nehmen Sie an, dass eine Variante von MRSA vermutlich schon seit dem frühen 19. Jahrhundert in Igeln kursiert, also noch vor der Erfindung von Antibiotika.

Daher sei die Entstehung von Resistenzen kein modernes Phänomen, welches sich ausschließlich auf den Einsatz von Antibiotika zurückführen ließe. 

Als Schutzmaßnahme für uns bedeutet es, die Igel im Garten weiter zu schätzen und zu unterstützen, aber eine gute Händehygiene beim Füttern, auch in Kontakt mit Futterschalen, einzuhalten.

Quelle

https://www.stern.de/panorama/weltgeschehen/mrsa-gab-es-lange-vor-antibiotika-einfuehrung—zeigt-studie-mit-igeln-31481548.html

Hygienewissen schützt – unser 0-€ Microlearning zu MRSA

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Sind Heimtests für Krankheiten eher hilfreich oder schädlich? – Teil 2

biozide Wirkstoffe

Durch Corona haben wir uns alle daran gewöhnt, uns selbst zu Hause zu testen. Ein Corona-Schnelltest ist jedoch nur einer von vielen medizinischen Heimtests, bei denen Benutzer eine Probe (typischerweise Blut, Urin, Speichel oder Schleim) entnehmen und sofort oder nach Einsendung an ein Labor Ergebnisse erhalten.

In diesem zweiten Teil unser dreiteiligen Blogserie geben wir Ihnen ein paar Anhaltspunkte, die Sie im Zusammenhang mit Heimtests stets bedenken sollten.

Heimtests schaffen Klarheit, sind aber oft ungenau

Sehr nützlich ist es, wenn ein Test Geschlechtskrankheiten wie HIV erkennt. Das hilft Menschen ohne Zugang zu einem Gesundheitsdienstleister oder solchen, die sich Sorgen um ihre Privatsphäre machen. Weiters kann man einen Stuhltest für zu Hause zum Screening auf Dickdarmkrebs oder eine Blutprobe zum Screening auf Hepatitis C verwenden.

Viele Wellness-Tests sind in Umlauf, um Kriterien wie Hormonspiegel, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, allgemeine Herzgesundheit, Blutspiegel von Vitaminen, Stress und Zellalterung zu messen. Bei solchen Tests ist aber auch Vorsicht geboten: Sie neigen dazu, bestimmte Zustände zu übersehen.

Zertifizierungen für medizinische Heimtests

Die Qualität eines medizinischen Heimtests erkennt man am besten durch seine Zertifizierung. In Deutschland ist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) dafür zuständig. In der EU wird das CE-Zeichen an Produkte vergeben, die ein festgelegtes Bewertungsverfahren durchlaufen haben. Diese Produkte sind nachweislich weder gesundheitsgefährdend noch schädlich für die Umwelt. Ohne diese Kennzeichnung ist es illegal, medizinische Produkte in der EU zu verkaufen.

In den USA gibt es die sogenannten „Laboratory Developed Tests“ (LDTs) die von der Gesundheitsagentur normalerweise nicht reguliert werden. Aber die FDA, die für die Überwachung von Lebensmitteln und Medizinprodukten zuständig ist, hat LDTs überprüft und potenzielle Probleme festgestellt. Dazu gehören Behauptungen, die nicht durch Beweise gestützt werden, fehlerhafte Ergebnisse und gefälschte Daten.

Einige Heimtestunternehmen, deren Produkte man online bestellen kann, erklären auf ihren Webseiten, dass ihre Tests LDTs seien. In der Realität bedeutet das meistens, dass sie nicht von einer Behörde zertifiziert sind.

Wann Heimtests problematisch sind

Ärzte raten davon ab, selbst Allergien gegen Nahrungsmittel oder Überempfindlichkeiten zu diagnostizieren. Einige Tests sollen beispielsweise Lebensmittelunverträglichkeiten identifizieren, indem die Blutprobe eines Benutzers auf IgG, einen Antikörper des Immunsystems, untersucht wird. Allerdings fehlen Beweise, die IgG-Spiegel mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien in Verbindung bringen. Fachleute warnen auch vor genetischen Tests zu Hause, von denen die Hersteller behaupten, dass sie vorhersagen, der der Körper auf Antidepressiva, Herzmedikamente und andere Medikamente reagiert.

Heimtests für männliche und weibliche Hormone, sowie für Schilddrüsenhormone sind ebenfalls beliebt. Aber die Kenntnis Ihres Hormonspiegels zeigt nicht unbedingt, warum Sie sich beispielsweise ungewöhnlich müde fühlen. Zahlreiche gesundheitliche Probleme, darunter Anämie, Depressionen, Infektionen und Schlafapnoe, können so eine Müdigkeit verursachen.

Gentests, die das Risiko von Alzheimer, Krebs und anderen schweren Erkrankungen untersuchen, sind besonders problematisch. Sie können Ihnen nicht sagen, ob Sie eine Krankheit entwickeln werden oder andere Ratschläge erteilen, als die bestehenden Gesundheitsrichtlinien zu befolgen. Sie lösen aber oft unnötige Sorgen und Ängste aus.

Quellen und weiterführende Literatur

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Welt-Erste-Hilfe-Tag 2022: Wie verhalten Sie sich im Notfall?

In Deutschland sind wir alle dazu verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten, doch häufig fehlt die Routine in der Erstversorgung von Notfällen: Selbst erfahrene Helfer geraten in Ausnahmesituationen unter Stress. Daher ist ein gut funktionierendes Notfallmanagement unerlässlich.

Welt-Erste-Hilfe-Tag 2022

Am 10. September 2022 war der internationale Tag der Ersten Hilfe. Dieser Tag erinnert jährlich am zweiten Samstag im September daran, wie wichtig die fachgerechte Hilfe bei Unfällen ist.

Wie leiste ich Erste Hilfe?

Was genau zu tun ist, hängt immer von der Art des Notfalls ab. Daher ist es wichtig über möglichst viele verschiedene Notfälle Bescheid zu wissen, um somit sowohl lebensrettende Maßnahmen durchführen, als auch Unfallstellen absichern zu können. In erster Linie gilt es zunächst einmal Ruhe zu bewahren und sich einen Überblick zu verschaffen. In diesem Zusammenhang sollte man unbedingt auch auf die eigene Sicherheit achten. Im optimalen Falle bezieht man weitere anwesende Personen in die Erste-Hilfe-Maßnahmen mit ein. Wichtig ist auch immer zuerst den Notruf abzusetzen.

Wie lange ist Ihr letzter Erste-Hilfe Kurs her?

Wirklich vorbereitet für den Ernstfall ist man jedoch nur durch einen Erste-Hilfe-Kurs. Denn nur damit eignet man sich eine gewisse Routine an, die einem in stressigen Situationen dabei hilft, den Überblick zu behalten. Ein solcher Kurs sollte regelmäßig besucht werden, um sein Wissen aufzufrischen. Nicht jeder findet dafür jedoch die nötige Zeit und das Geld und auch die Corona Situation hat uns gezeigt, dass solche Kurse nicht unter allen Umständen stattfinden können.

Meduplus bietet den Grundkurs Basic Life Support, Notfallmanagement & Erste Hilfe als reinen E-Learning-Kurs an und ermöglicht somit eine zeitlich und örtlich flexible Weiterbildung.

Anlässlich des internationalen Tag der Ersten Hilfe möchten wir Ihnen ermöglichen Ihr Wissen zur Ersten Hilfe günstig und zeitlich flexibel aufzufrischen. Noch bis zum 30.September 2022 erhalten Sie den Meduplus Grundkurs Basic Life Support, Notfallmanagement & Erste Hilfe mit dem Code erstehilfe2022 um 20% reduziert!

Online Erste-Hilfe Kurs 

Als kleiner Hinweis: Wir bieten hier auch einen Extra Kurs für Ärzte an, für den der Code erstehilfe2022 selbstverständlich auch gilt. Weiter Informationen zum Kurs können Sie in unserem Factsheet nachlesen.

Quellen und weiterführende Literatur

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Sind Heimtests für Krankheiten eher hilfreich oder schädlich? – Teil 1

biozide Wirkstoffe

Durch Corona haben wir uns alle daran gewöhnt, uns selbst zu Hause zu testen. Ein Corona-Schnelltest ist jedoch nur einer von vielen medizinischen Heimtests, bei denen Benutzer eine Probe (typischerweise Blut, Urin, Speichel oder Schleim) entnehmen und sofort oder nach Einsendung an ein Labor Ergebnisse erhalten.

Diese Produkte werden seit langem verwendet, um Krankheiten zu diagnostizieren oder Probleme wie hohen Blutzucker im Auge zu behalten. In den letzten Jahren sind jedoch Tausende neuer Tests in Webshops aufgetaucht.

In dieser dreiteiligen Blogserie erfahren Sie, wann es sinnvoll ist, medizinische Heimtests zu verwenden.

Große Unterschiede bei Kosten und Qualität

Einige medizinische Tests für zu Hause sind in der Anwendung so einfach wie ein Schnelltest auf Corona, andere messen sehr komplexe Vorgänge. Unabhängig von ihrem Zweck werden die meisten dieser Produkte nicht von der Krankenkasse finanziert. Die Kosten können von weniger als 10 Euro für Streifen zur Untersuchung des Urins auf Bakterien bis zu 1.000 Euro und mehr für bestimmte Gentests reichen. Manche Experten sagen, solche Tests seien praktisch und die Kosten transparent. Aber die Qualität der Heimtests kann dramatisch variieren, und einige können verwirrende Ergebnisse haben, zu unnötigen Nachuntersuchungen und Behandlungen führen und die erforderliche Behandlung verzögern.

Hilfe für die Behandlung chronischer Krankheiten

Die nützlichsten medizinischen Tests zu Hause könnten diejenigen sein, die Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, kongestiver Herzinsuffizienz und Bluthochdruck helfen, ihre Gesundheit zu überwachen. Regelmäßige Kontrollen wie die Blutdruckmessung helfen dabei, einige Erkrankungen zu Hause zu behandeln, und den Patienten den Gang zum Arzt zu ersparen. Dazu gehören Produkte zur Diagnose von Problemen wie Harnwegsinfektionen und vaginalen Hefeinfektionen. Andere dienen zum Schutz der Allgemeinheit: In Zeiten der Corona-Pandemie ist es empfehlenswert, einen Corona-Schnelltest zu machen, bevor man zu Versammlungen geht, um niemanden anzustecken.

Alternative zum Hausbesuch

Wenn jemand leichte und unkomplizierte Symptome hat, kann ein Arzt möglicherweise die Ergebnisse von Heimtests verwenden, um diese Person per Telefon oder Computer zu behandeln. Die Kombination aus Heimtests und Telemedizin gibt Medizinern heute viele Möglichkeiten, sich um ihre Patienten zu kümmern. Das ist sozusagen eine neue Art des Hausbesuchs für das 21. Jahrhundert.

Quellen und weiterführende Literatur

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Abwasser als Corona-Frühwarnsystem

Coronaviren lassen sich im Abwasser nachweisen. Das hat sich schon früh in der Pandemie gezeigt. Amtsärzte haben sich dafür ausgesprochen, dass diese Möglichkeit unbedingt stärker genutzt werden sollte.

“Optimal wäre es, wenn alle Kommunen mitmachen würden”, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Johannes Nießen.

SARS CoV2 sitzt zwar erstmal im Rachen und in der Nase, kleine Teile der Coronaviren werden aber auch über den Darm ausgeschieden.
So gelangen diese ins Abwasser. Ansteckend sind die kleinen Partikel dann nicht mehr, aber sie sind durch einen speziellen PCR-Test nachweisbar und zwar sehr frühzeitig. Infizierte Personen wissen oft noch nicht einmal, dass sie sich angesteckt haben.

Das Abwasser: die ungetrübte Wahrheit

Das Abwasser-Monitoring lässt Coronawellen frühzeitig erkennen und die Angaben sind sehr viel realistischer als die Inzidenz, denn viele Infizierte machen keinen Test und tauchen daher in der Statistik nicht auf. So können auch neue Varianten entdeckt werden.

Derzeit läuft in Deutschland ein Pilotprojekt mit 20 Standorten.

Wie hoch sind die Kosten für die Abwasseruntersuchung?

Nach Angaben der Berliner Wasserbetriebe kostet ein Test zum Sars-CoV-2-Nachweis ca. 300 Euro. Die Bestimmung der Variante würde nochmal mit zwei Dritteln mehr zu Buche schlagen. 

Lt. der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) würde man auf Kosten von 14 Millionen Euro kommen. Damit sei die Hälfte der Bevölkerung erfasst.

Ob sich dieses Vorgehen lohnt wird das Pilotprojekt zeigen. Es soll bis März 2023 laufen. Es stellt sich die Frage, was man mit der Erkenntnis eines deutlichen Ausbruchs anfängt. Auch geben die Wasserwerte keine Auskunft über die Schwere der Krankheit. 

Ist diese Methode neu?

Zahlreiche Länder nutzen bereits die Abwasseruntersuchung um Daten zu Sars-CoV-2 zu erheben. Auch Abwasseranalysen auf Polio werden in einigen Ländern seit vielen Jahren durchgeführt. Diese Methode ließe sich auch auf andere Keime anwenden, wie Influenza oder antibiotikaresistente Bakterien.

Quellen

https://www.swr.de/wissen/corona-im-abwasser-nachweisen-100.html

https://www.tagesschau.de/inland/abwasser-corona-101.html

 

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Welt-Moskito-Tag 2022: Haben Sie vor demnächst zu verreisen?

Anlässlich des heutigen Welt-Moskito-Tages möchten wir auf die aktualisierte STIKO-Empfehlung zur Gelbfieber-Auffrischimpfung aufmerksam machen.

Welt-Moskito-Tag 2022

Der Welt-Moskito-Tag soll daran erinnern, dass der Arzt Sir Ronald Ross im Jahre 1897 herausfand, dass die weiblichen Moskitos, also die Stechmücken, die Krankheit Malaria zwischen den Menschen übertragen können.

Malaria, Gelbfieber & Co

Die Krankheiten, die Stechmücken übertragen können, sind vielfältig und dies macht eine genaue Diagnose nicht immer einfach.

Die bekannteste Krankheit ist wohl die Malaria. Sie ist eine Tropenkrankheit, die von Plasmodien durch den Stich der Mücke beim Menschen hervorgerufen wird. Das typische Symptom einer Malariainfektion sind rhythmische Fieberschübe.

Etwas weniger bekannt hingegen ist das Gelbfieber. Dabei ist es eine ernstzunehmende Krankheit, die durch ein Flavivirus verursacht wird. Diese Krankheit ist in vielen Ländern Afrikas, Südamerikas und in südlichen Teilen Mittelamerikas endemisch. Sie wird ebenfalls durch Stechmücken übertragen und endet manchmal sogar tödlich. Innerhalb von 3 bis 6 Tagen nach der Infektion kommt es zu hohem Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Die meisten betroffenen Patienten genesen anschließend innerhalb von 3 bis 4 Tagen.

So schützen Sie sich

1. Beachten Sie die neuen Empfehlungen der STIKO vor Ihren Reisen!

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat auf ihrer 102. Sitzung am 8. Juni 2022 eine Änderung der Empfehlung zur Gelbfieber Auffrischimpfung vor Reisen in Endemiegebiete und für exponiertes Laborpersonal beschlossen. Die STIKO empfiehlt die Impfung 10 Tage vor Exposition als Reiseimpfung in einer von den Gesundheitsbehörden zugelassenen Impfstelle. Vor erneuter oder bei fortgesetzter Exposition sollte einmalig eine Auffrischimpfung erfolgen, sofern zehn oder mehr Jahre seit der Erstimpfung vergangen sind.

Ziel der Impfung ist die Verhinderung von Erkrankungen und Tod aufgrund einer Gelbfieber-Infektion. Lesen Sie hier gerne nach, welche Pro und Contra Argumente das RKI für die Gelbfieber Auffrischimpfung anführt.

2. Werden Sie Mückenjäger!

Unterstützen Sie dabei, den Mückenatlas Deutschlands für die Forschung zu erstellen, indem Sie gut erhaltene Stechmücken an den Mückenatlas schicken!

3. Bilden Sie sich mit unseren Hygienekursen weiter fort!

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Quellen und weiterführende Literatur

  • Epidemiologisches Bulletin (RKI, 32/2022): STIKO-Empfehlung zur Gelbfieber-Auffrischimpfung vor Reisen in Endemiegebiete und für exponiertes Laborpersonal Link
  • RKI Ratgeber: Gelbfieber Link
  • RKI Ratgeber: Malaria Link
  • Der Mückenatalas Link
  • Meduplus Schulung: Hygienekurse