Im Zuge der COVID-19-Pandemie ist die Händehygiene für viele Menschen selbstverständlich geworden. Auch wenn sich der Alltag inzwischen normalisiert hat, bleibt die richtige Händehygiene ein zentraler Baustein im Infektionsschutz, sowohl im privaten Umfeld als auch im Gesundheitswesen. Gerade durch die Vielzahl an Informationen und Meinungen herrscht jedoch oft Unsicherheit: Reicht Händewaschen aus? Wann sollte desinfiziert werden? Und sind Handschuhe wirklich eine gute Alternative? Passend zum Welthändehygienetag am 05.05.2026 werfen wir einen aktuellen Blick auf die richtige und indikationsgerechte Händehygiene.
Im Alltag wird die Händewaschung häufig unterschätzt. Viele greifen stattdessen schnell zu Desinfektionsmitteln oder Einmalhandschuhen, auch in Situationen, in denen das nicht notwendig ist. Dabei gilt: Gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife entfernt zuverlässig Schmutz, einen Großteil der Mikroorganismen sowie Rückstände von Substanzen, etwa nach dem Kontakt mit Lebensmitteln oder Oberflächen.
Desinfektionsmittel haben hingegen eine andere Funktion: Sie dienen in erster Linie der gezielten Inaktivierung von Mikroorganismen und sind insbesondere im medizinischen Bereich unverzichtbar. Ein wichtiger Punkt, der oft übersehen wird: Händedesinfektion wirkt nur auf sauberen Händen optimal. Zudem gibt es bestimmte Erreger, die durch alkoholbasierte Desinfektionsmittel nicht vollständig inaktiviert werden.
Besonders wichtig: Unbewusste Berührungen im Gesicht vermeiden, da hier häufig Krankheitserreger übertragen werden. Auch der Einsatz von Einmalhandschuhen bietet keinen vollständigen Schutz, vor allem dann nicht, wenn sie falsch verwendet oder zu lange getragen werden.
Händewaschen ist und bleibt eine der einfachsten, effektivsten und zugleich umweltfreundlichsten Maßnahmen zur Infektionsprävention. Richtig angewendet, schützt es zuverlässig im Alltag und bildet die Grundlage jeder weiterführenden Hygienemaßnahme.
Die sogenannten „5 Momente der Händehygiene“ der WHO gelten weltweit als zentraler Standard im Gesundheitswesen, um die Übertragung von Krankheitserregern gezielt zu verhindern. Sie beschreiben fünf klare Situationen im Arbeitsalltag, in denen eine Händedesinfektion besonders wichtig ist, zum Schutz von Patient:innen, Personal und Umfeld.
Diese fünf Momente helfen dabei, Händehygiene im Arbeitsalltag strukturiert und wirksam umzusetzen und leisten damit einen entscheidenden Beitrag zur Infektionsprävention.
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