Hygienenews

„Tödliche Keime“ – Wer ist schuld?

Nosokomiale Infektionen

Am 10. August 2016 veröffentlichte der Stern seinen Artikel „Tödliche Keime: Dramatische Mängel bei der Krankenhaushygiene“. Als klares Problem der Hygienemängel wurde der Sparwahn betitelt – im betreffenden Krankenhaus sei die Angestelltenzahl des Putzpersonal zu sehr reduziert worden. Doch diese Erklärung ist zu kurz gedacht.

Tödliche Keime

In einer Stellungnahme auf Anfrage des Deutschen Ärzteblatts wird vom betreffenden Haus darauf verwiesen, dass heutzutage weniger Teilzeitkräfte und auch weniger ältere Mitarbeiter beim Reinigungspersonal eingesetzt würden. Zudem können größere Flächen mittels Maschinen viel schneller und effektiver gereinigt werden.

So wünscht sich auch Prof. Dr. med. Ursel Heudorf, zuständig für Infektiologie und Hygiene im Gesundheitsamt Frankfurt, eine größere Differenzierung. Hygienequalität ließe sich nicht mehr allein in Personalschlüsseln und Zeiteinheiten pro m² zu reinigender Fläche definieren.

Trotzdem wurde, laut Stern, während des Checks, nur jede vierte der 783 markierten Stellen ausreichend gereinigt.

Das Deutsche Ärzteblatt empfiehlt eine bessere Schulung des Reinigungspersonals und einer konsequenten Umsetzung des Hygieneplans. Zudem wird bemängelt, dass auch in Krankenhäusern mit großer Hygieneverantwortung die Stellen der Hygienefachärzte, trotz gesetzliche Vorschrift, unbesetzt bleiben.

Bei der Bewertung ist zu berücksichtigen, dass nicht etwa die Sichtreinigung im Fokus steht, sondern die desinfizierende Flächenreinigung. Diese muss die patientennahen Flächen täglich und die patientenfernen Flächen in jedem Fall nach Entlassung eines Patienten mit Kolonisation oder Infektion durch kritische Krankheitserreger, insbesondere multiresistente Erreger, erfassen. Es gibt eine Reihe von Veröffentlichungen, in denen aufgezeigt wurde, dass nach unvollständiger Schlussdesinfektion des Patientenzimmers der nachfolgende Patient mit dem Erreger des entlassenen Patienten besiedelt wurde. Bei der Beherrschung von Ausbrüchen durch nosokomiale Infektionen erwies sich die desinfizierende Flächenreinigung als unentbehrlich im Maßnahmenbündel. Die patientennahe Flächendesinfektion ist deshalb so wichtig, weil die Compliance der Händedesinfektion bestenfalls etwa 70% erreicht; bei Kontakt mit kontaminierten Flächen und nicht danach durchgeführter Händedesinfektion springt die Rolle der Fläche als Überträger ins Auge.

Prävention, Surveillance und Kontrolle nosokomialer Infektionen sind Gemeinschaftsaufgaben in Klinik und Praxis. Der oder dem Hygienebeauftragten Arzt (HBA) und Hygienebeauftragten in der Pflege (HBP) fällt die Vermittlerrolle zur Umsetzung der Anforderungen zwischen Hygienefachpersonal und Pflege- und Reinigungspersonal zu. Ob Hygiene im gesamten Pflegeteam gelebt wird oder nur eine lästige Pflicht ist, hängt vom Wissensstand und der Motivation des Hygienebeauftragten ab.

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Verweise

Die oben zitierten Artikel finden Sie hier:
Tödliche Keime: Dramatische Mängel bei der Krankenhaushygiene (Stern).

Hygienemängel: Nach dem Putzen ist vor dem Putzen (Deutsches Ärzteblatt).

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