Mit den zunehmend längeren Tagen, blauem Himmel und warmen Temperaturen verbringen viele Menschen wieder mehr Zeit im Freien. Sonnenschein wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus und ist wichtig für die Bildung von Vitamin D im Körper. Gleichzeitig geht eine stärkere Sonneneinstrahlung jedoch auch mit einer erhöhten Belastung durch UV-Strahlung einher. Diese kann die Haut schädigen und gilt als der bedeutendste Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs. Umso wichtiger ist es, die Risiken zu kennen und geeignete Schutzmaßnahmen im Alltag zu beachten.
Ultraviolette (UV-) Strahlung ist für den Menschen unsichtbare energiereiche Sonnenstrahlung, die den Wellenlängenbereich von 100 Nanometer (nm) bis 400 nm umfasst. Je kürzer die Wellenlänge, desto energiereicher ist die Sonnenstrahlung aber umso schädigender wirkt sie auch. UV-Strahlung ist krebserregend und verursacht kurz- wie auch langfristige Wirkungen an Haut und Augen. Deshalb wird die Intensität der Strahlung weltweit überwacht und in Form des UV-Index veröffentlicht.
Der UV-Index beschreibt wie intensiv die Strahlen an einem bestimmten Ort sind und lässt sich dabei in Werte der Skala zwischen 1 (sehr niedrig) und >11 (extrem) einordnen. So gilt: Je höher der UV-Index ist, desto höher ist die UV-Bestrahlungsstärke. Da der Index von der WHO definiert wurde, ist er international einheitlich. Der Index gibt neben der zu erwartende UV-Belastung auch eine Orientierungshilfe für nötige Sonnenschutzmaßnahmen. So gelten bestimmte Empfehlungen wie das Tragen einer Sonnenbrille für unterschiedliche Bereiche der Skala. Mit unbedeckter Haut und ohne Sonnenschutzmittel länger im freien Aufenthalten kann schon bei einem UV-Index von 3 zu viel sein.
In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 355.400 Menschen neu an Hautkrebs. Zu den wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung dieser Erkrankung zählt eine übermäßige Belastung durch UV-Strahlung. Besonders Sonnenbrände in der Kindheit und Jugend erhöhen das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken, um das Zwei- bis Dreifache. Auch die Nutzung von Solarien steigert das Erkrankungsrisiko deutlich. Ein erhöhtes Hautkrebsrisiko besteht zudem bei Menschen, die sehr viele Pigmentmale haben, ein geschwächtes Immunsystem aufweisen oder bei denen bereits Hautkrebs in der Familie aufgetreten ist.
Die künstliche UV-Strahlung in Solarien ist dabei keineswegs harmloser als die natürliche UV-Strahlung der Sonne. Die WHO stuft die natürliche als auch die künstliche UV-Strahlung in die höchste Kategorie krebserregender Faktoren ein. Damit werden sie als ebenso krebserzeugend bewertet wie Tabak oder Asbest. Insgesamt gilt UV-Strahlung als die bedeutendste Ursache für die Entstehung von Hautkrebs. Darüber hinaus kann sie langfristig zu vorzeitiger Hautalterung sowie zu Schäden an den Augen führen, beispielsweise zur Entstehung eines Grauen Stars.
Das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, kann durch einen bewussten Umgang mit UV-Strahlung deutlich reduziert werden. Die wichtigsten Maßnahmen lassen sich mit der Regel „Meiden, kleiden, cremen“ zusammenfassen: Intensive Sonneneinstrahlung, insbesondere die Mittagssonne, sollte möglichst vermieden und Schatten bevorzugt werden. Sonnendichte Kleidung, ein Hut und eine Sonnenbrille schützen Haut und Augen zusätzlich vor UV-Strahlung. Nicht bedeckte Hautstellen sollten regelmäßig mit einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor eingecremt werden. Diese einfachen Schutzmaßnahmen tragen wirksam dazu bei, die Belastung durch krebserregende UV-Strahlung zu verringern.
Aktuelle Werte und Prognosen für das In- und Ausland können unter anderem beim Bundesamt für Strahlenschutz und beim Deutschen Wetterdienst (DWD) abgerufen werden.
Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, um wie viel sich die Eigenschutzzeit der Haut vor einem Sonnenbrand theoretisch verlängert. Diese individuelle Eigenschutzzeit ist vom eigenen Hauttyp abhängig, wobei Personen mit sehr heller Haut meist die niedrigste Schutzzeit von ca. 5-10min besitzen. Wer beispielsweise ohne Schutz nach 10 Minuten einen Sonnenbrand bekommt, könnte mit LSF 30 theoretisch 300 Minuten und mit LSF 50 etwa 500 Minuten geschützt sein. Diese Werte gelten jedoch nur, wenn ausreichend Sonnencreme aufgetragen wird – etwa 2 mg pro cm² Haut, was bei Erwachsenen rund 4 bis 6 Esslöffeln für den gesamten Körper entspricht. Wird zu wenig Creme verwendet, sinkt die tatsächliche Schutzwirkung deutlich.
Auch Sonnenschutzmittel mit hohem LSF bieten keinen vollständigen Schutz vor UV-Strahlung. Deshalb empfehlen Fachleute, die theoretische Schutzdauer höchstens zu etwa 60 % auszunutzen und den Aufenthalt in der Sonne nicht beliebig zu verlängern. Nachcremen ist wichtig, insbesondere nach Schwitzen oder Schwimmen, da dadurch Schutz verloren geht. Allerdings verlängert Nachcremen die maximale Schutzzeit nicht, sondern erhält lediglich den bestehenden Schutz aufrecht. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt im Sommer mindestens LSF 30 und in besonders intensiven UV-Umgebungen wie am Wasser, im Gebirge oder im Schnee LSF 50. Auch bei bewölktem Himmel sollte Sonnenschutz verwendet werden, da die UV-Strahlung dann fast genauso stark sein kann wie bei Sonnenschein.
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