Im letzten Blogbeitrag ging es um das Dengue-Fieber und das dafür verantwortliche Dengue-Virus, das aktuell unter anderem in der DEFENDER- Studie untersucht wird.
Im Gegensatz zu manchen anderen Virusinfektionen, nach denen man lebenslange Immunität erlangt, kann man sich beim Dengue-Virus mehrmals infizieren. Der Grund dafür liegt in den sogenannten Serotypen des Virus.
Serotypen sind Untergruppen eines Mikroorganismus (z. B. Virus oder Bakterium), die sich durch unterschiedliche Oberflächenmerkmale, sogenannte Antigene, unterscheiden. Diese Oberflächenantigene wirken wie ein molekularer Fingerabdruck des Erregers. Da das Immunsystem diese Merkmale erkennt, wird jeder Serotyp als eigenständiger Erreger betrachtet – selbst wenn alle zur gleichen Virusart gehören.
Das bedeutet, dass eine Immunität gegen einen Serotyp nicht automatisch vor anderen Serotypen schützt. Bei einer späteren Infektion mit einem anderen Serotyp erkennt das Immunsystem den Erreger nicht sofort wieder, und eine erneute Erkrankung ist möglich – wie es beim Dengue-Virus der Fall ist.
Vom Dengue-Virus existieren vier verschiedene Serotypen: DENV-1, DENV-2, DENV-3 und DENV-4.
Da das Immunsystem jeden Serotyp als eigenständig betrachtet, ist es möglich, sich bis zu viermal im Leben mit Dengue anzustecken – jeweils mit einem anderen Serotyp. Das macht die Erkrankung besonders herausfordernd für die öffentliche Gesundheit, vor allem in Gebieten, in denen alle vier Serotypen gleichzeitig zirkulieren.
Die Bestimmung des Serotyps – die sogenannte Serotypisierung – ist vor allem für die Entwicklung von Impfstoffen und die Überwachung von Ausbrüchen von großer Bedeutung.
Ein häufig verwendetes Verfahren ist der ELISA-Test (Enzyme-Linked Immunosorbent Assay). Dabei wird eine Patientenprobe (z. B. Blut) mit einem speziellen Antiserum versetzt. Dieses enthält Antikörper, die gezielt an die Oberflächenantigene bestimmter Serotypen binden. Kommt es zur Bindung, wird eine chemische Reaktion ausgelöst – zum Beispiel ein Farbumschlag. Das zeigt an, dass sich dieser Serotyp in der Probe befindet. Zur Bestimmung des Dengue-Serotyps verwendet man meist vier verschiedene Antiseren, je eines für DENV-1 bis DENV-4. Da jedes Antiserum nur an seinen passenden Serotyp bindet, kann man durch schrittweises Testen herausfinden, um welchen Serotyp es sich handelt. Zeigt zum Beispiel nur das Antiserum gegen DENV-3 eine Reaktion, bedeutet das, dass der Patient ist mit DENV-3 infiziert.
Die Existenz mehrerer Serotypen beim Dengue-Virus erklärt, warum eine einmalige Infektion keine dauerhafte Immunität gegen alle Varianten bietet. Das Verständnis und die gezielte Identifikation der Serotypen sind daher entscheidend – sowohl für die medizinische Behandlung als auch für die Impfstoffforschung und weltweite Prävention.
Quelle 1: Dengue-Virus: Übertragung, Serotypen, Zweitinfektion – dengue.de | dengue.de
Quelle 2: https://flexikon.doccheck.com/de/Serotyp
Kategorien
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Active Campaign. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.