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Winterzeit – Krankheitszeit: Mit dem richtigen Wissen dem Norovirus entkommen

Viele von uns hatten wohl oder übel schonmal Kontakt mit dem Norovirus, denn Norovirusinfektionen gehören zu den häufigsten meldepflichtigen Erkrankungen in Deutschland. Die weltweit verbreiteten Viren können zwar ganzjährig Infektionen verursachen, ein saisonales Hoch ist jedoch in den Wintermonaten zu beobachten.

Norovirus-Infektion

Noroviren gehören zur Familie der Caliciviridae. Die humanpathogenen Arten können beim Menschen eine Norovirus-Gastroenteritis hervorrufen. Diese Infektion äußert sich in einer akut beginnenden Magen-Darm-Erkrankung, welche durch heftiges Erbrechen und Diarrhöe gekennzeichnet ist. Neben einem ausgeprägten Krankheitsgefühl, Bauch- und Kopfschmerzen sowie Übelkeit kann daher ein Flüssigkeitsdefizit entstehen. Im Regelfall klingt die klinische Symptomatik in einem Zeitraum von 12-48 Stunden vollständig wieder ab.

Die Erreger, welche mit dem Erbrochenen oder Stuhl ausgeschieden werden, besitzen eine sehr hohe Infektiosität. Die Übertragung kann dabei sowohl direkt über eine Schmierinfektion, über Aerosole wie auch über Nahrungsmittel erfolgen. Durch kontaminierte Speisen (besonders rohe Lebensmittel) oder verunreinigtes Wasser werden die Viren oral aufgenommen.

Epidemiologie und Meldepflicht

Die Inkubationszeit beträgt nur etwa 6-48 Stunden, nach der die hoch ansteckende Erkrankung meist rasch folgt. Deshalb kommt es besonders in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern oder Altenheimen zu größeren Ausbrüchen. Das erklärt, weshalb Kinder unter 5 Jahren und ältere Personen über 70 Jahre besonders häufig betroffen sind. Eine Meldepflicht besteht laut § 6 und § 7 des Infektionsschutzgesetz deshalb beim Auftreten von Gruppenerkran­kungen mit gastrointestinalen Symptomen als auch der Nachweis von Noroviren, sofern dieser auf eine akute Infektion hindeutet. Im Jahr 2023 wurden dem RKI fast 54.000 Fälle übermittelt, was einer bundesweiten Inzidenz von 64 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner entspricht.

Behandlung

Wenn eine Erkrankung erfolgt ist, sollte die betroffene Person sich körperlich schonen und auf eine ausreichende Flüssigkeits- und Salzzufuhr achten. Die Erkrankung kann ausschließlich symptomatisch behandelt werden.

Hygienemaßnahmen zur Bekämpfung

Bei erstem Verdacht auf die Infektion, sollten Betroffene schnellstmöglich isoliert werden und falls möglich ein eigenes Bad nutzen. Um eine Virus-Übertragung zu vermeiden, sind insbesondere in der symptomatischen Phase Hygienemaßnahmen auszuweiten. Dazu zählen eine gründliche Händehygiene inklusive der Anwendung von Händedesinfektionsmittel sowohl bei Patienten als auch Pflegenden. Hygieneartikel und Handtücher sollten personenbezogen verwendet und kontaminierte Wäsche bei mindestens 60°C gewaschen werden. Ebenso sollten kontaminierte Flächen, besonders im Umfeld des Erkrankten gereinigt werden. Um die Viruskonzentration in der Luft zu reduzieren, wird gründliches Lüften empfohlen. Trotzdem sollten Pflegende Schutzkleidung wie Einmalhandschuhe und eine Mund-Nasen-Maske tragen, sowie wenn möglich nach einem Erbrechen den Raum verlassen. Empfehlungen zur Lebensmittelhygiene umfassen sorgfältiges Waschen von rohen Zutaten und Verzehr von möglichst frisch und durcherhitzten Nahrungsmitteln.

Generell gilt, dass Erkrankte während der symptomatischen Phase keine Tätigkeiten in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen ausüben dürfen. Betroffenes Personal sollte frühestens zwei Tage nach Ausklingen der klinischen Symptomatik die Arbeit unter sorgfältiger Beachtung der Hygieneregeln wieder aufnehmen.

Hygieneschulungen

Zwar treten Symptome nur kurz auf, jedoch zeigen Untersuchungen, dass das Virus in der Regel noch ein bis zwei Wochen nach der Erkrankung über den Stuhl ausgeschieden werden kann. So ist eine sorgfältige Sanitär- und Händehygiene auch nach der Erkrankungsphase erforderlich. Die konsequente Umsetzung von Hygienemaßnahmen ist der Schlüssel zur Eindämmung von Noroviren. Gerade in medizinischen Einrichtungen entscheidet das Fachwissen der Mitarbeitenden über den Erfolg des Infektionsschutzes. In unseren Hygieneschulungen bereiten wir medizinisches Personal gezielt auf die Aufgaben vor.

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Quellen: