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Neue Empfehlung der STIKO: Die Meningokokken-Impfung, die alles verändern könnte?

In Deutschland sind invasive Meningokokken-Erkrankungen (IME) zwar selten, können aber sehr schwer verlaufen und in etwa 10–13 % der Fälle tödlich enden. Die Hauptverursacher sind die Serogruppen B, C, W und Y. Während Serogruppe B vor allem junge Menschen unter 25 Jahren betrifft, steigt die Häufigkeit von MenY insbesondere bei älteren Erwachsenen. Die Serogruppe C hingegen ist in den letzten zehn Jahren dank der Meningokokken-Impfung stark zurückgegangen. 

Neue STIKO-Empfehlung: MenACWY-Impfung für Jugendliche 

Vor diesem Hintergrund hat die STIKO 2025 ihre Empfehlungen zur Meningokokken-Impfung deutlich angepasst. Die wichtigste Neuerung betrifft Jugendliche. Alle 12- bis 14-Jährigen sollen nun einmalig mit einem quadrivalenten MenACWY-Impfstoff geimpft werden. Die Entscheidung für die Jugendimpfung basiert auf epidemiologischen Modellierungen. Jugendliche tragen häufiger Meningokokken in sich, ohne selbst krank zu werden, und können die Bakterien weiterverbreiten. Eine Impfung in diesem Alter schützt daher nicht nur die Geimpften selbst vor schweren Erkrankungen, sondern bietet auch einen indirekten Schutz für jüngere Kinder und die Allgemeinbevölkerung. Die Impfung kann gleichzeitig mit Tdap-IPV- und HPV-Impfungen bei der J1-Vorsorge erfolgen, Nachholimpfungen sind bis zum 25. Lebensjahr möglich. 

Wegfall der MenC-Impfung im Kleinkindalter 

Parallel entfällt die bisherige MenC-Impfung für Kleinkinder ab 12 Monaten. Grund dafür ist, dass MenC-Fälle in dieser Altersgruppe mittlerweile extrem selten sind, sodass der Nutzen der Impfung gering ist. Durch den Wegfall wird der ohnehin volle Impfkalender für Kleinkinder entlastet, während Risikogruppen wie Kinder mit Immundefizienz weiterhin gezielt geimpft werden können. 

Breiter Schutz durch quadrivalente Impfstoffe 

Quadrivalente MenACWY-Impfstoffe bieten zudem einen breiteren Schutz als die monovalente MenC-Impfung und decken zusätzlich die Serogruppen W und Y ab, deren Bedeutung in Deutschland zunimmt. Studien zeigen, dass die Meningokokken-Impfungen hoch wirksam und gut verträglich sind. Nebenwirkungen sind meist mild und vorübergehend. Modellierungen zur Wirksamkeit unterschiedlicher Strategien verdeutlichen, dass die alleinige Jugendimpfung die effizienteste Maßnahme ist, während eine Kombination aus Kleinkind- und Jugendimpfung die meisten Fälle verhindern würde, jedoch weniger effizient wäre. 

Umsetzung der Empfehlungen zur Meningokokken-Impfung

Die Umsetzung der neuen Empfehlungen ist praktisch gut möglich. Der J1-Untersuchungstermin eignet sich optimal für die MenACWY-Impfung, und die Koadministration mit anderen Routineimpfungen erleichtert die Durchführung. Durch gezielte Aufklärung und Kampagnen können Impfquoten bei Jugendlichen weiter gesteigert werden. Fortlaufendes Monitoring durch RKI und Paul-Ehrlich-Institut stellt sicher, dass sowohl Nebenwirkungen als auch epidemiologische Entwicklungen kontinuierlich beobachtet werden. 

Insgesamt setzt die STIKO damit auf eine Meningokokken-Impfung dort, wo sie am meisten Nutzen bringt. Jugendliche erhalten einen direkten Schutz vor schweren Erkrankungen und tragen gleichzeitig zur Reduktion der Meningokokken-Ausbreitung in der Bevölkerung bei. Die Änderungen spiegeln die aktuelle epidemiologische Lage wider und zielen darauf ab, schwere Verläufe, Komplikationen und Todesfälle durch Meningokokken-Infektionen noch effektiver zu verhindern. 

Auszug aus unseren Quellen zum Text:

https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Epidemiologisches-Bulletin/2025/44_25.html

https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/vorsorge/bei-kindern/meningokokken-impfung-stiko-empfiehlt-impfung-fuer-jugendliche-1429811.html

https://www.aerzteblatt.de/news/neue-stiko-empfehlung-im-jugendalter-gegen-meningokokken-a-c-w-und-y-impfen-98ec5ddf-110e-4bdd-b653-015b2c360297