Ein Unternehmen der opta data Gruppe
Virologie

Grippe ist nicht gleich Grippe – Influenza A und B im Vergleich

Jedes Jahr zur Grippesaison hören wir die Begriffe „Influenza A“ und „Influenza B“. Für viele klingt das nach Varianten desselben Virus, aber tatsächlich handelt es sich um zwei unterschiedliche Virustypen, die sich in ihrem Aufbau, Verhalten und ihrer Bedeutung für die öffentliche Gesundheit deutlich unterscheiden. 

Was unterscheidet Influenza A und B 

Influenza A ist der „wandlungsfähigere“ Virustyp. Er tritt in vielen Subtypen auf, die sich durch ihre Oberflächenproteine Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N) unterscheiden. Bekannt sind z. B. H1N1 (Schweinegrippe) oder H3N2. Diese Vielfalt macht Influenza A genetisch sehr flexibel und damit besonders schwer berechenbar.  Außerdem kann Influenza A nicht nur Menschen, sondern auch Tiere wie Vögel und Schweine infizieren. In tierischen Wirten können sich verschiedene Virusvarianten mischen und neue, potenziell gefährliche Stämme hervorbringen. Genau so entstehen Pandemien, wie etwa 2009 bei der Schweinegrippe oder 1918 bei der Spanischen Grippe. Influenza B ist deutlich stabiler. Es gibt nur zwei Hauptlinien, nämlich Victoria und Yamagata. Diese verändern sich langsamer, betreffen ausschließlich den Menschen und lösen keine Pandemien aus. Dennoch spielt Influenza B eine wichtige Rolle bei saisonalen Grippewellen, besonders bei Kindern und Jugendlichen. 

Krankheitsverläufe sind ähnlich 

Sowohl Influenza A als auch B verursachen die klassischen Grippesymptome plötzliches Fieber, Husten, Halsschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen sowie starke Abgeschlagenheit. In vielen Fällen sind die Symptome kaum voneinander zu unterscheiden. Dennoch zeigen Studien, dass Infektionen mit Influenza A tendenziell schwerer verlaufen, insbesondere bei älteren Menschen oder solchen mit Vorerkrankungen. Influenza B kann ebenfalls zu Komplikationen führen, verläuft aber insgesamt etwas milder und betrifft häufiger jüngere Altersgruppen. 

Impfung schützt vor beiden Virustypen 

Die gute Nachricht ist, dass die jährliche Grippeimpfung gegen beide Virustypen schützt. Moderne Impfstoffe sind in der Regel quadrivalent, das heißt, sie enthalten zwei Influenza-A-Stämme (z. B. H1N1 und H3N2) sowie beide Influenza-B-Linien. Da sich die Viren, vor allem Influenza A, ständig verändern, wird der Impfstoff jedes Jahr neu angepasst. Auch wenn die Impfung keinen 100%igen Schutz vor einer Infektion bietet, reduziert sie nachweislich das Risiko für schwere Verläufe, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle. 

Warum das alles wichtig ist 

Influenza wird häufig unterschätzt! Vor allem, weil sie mit der Erkältung verwechselt wird. Doch während eine Erkältung meist harmlos verläuft, kann eine echte Grippe ernsthafte Komplikationen verursachen. Besonders Influenza A hat in der Vergangenheit gezeigt, wie gefährlich ein sich schnell veränderndes Virus sein kann. Gleichzeitig zeigt uns Influenza B, dass auch stabilere Virustypen epidemiologisch nicht zu unterschätzen sind. Insbesondere, wenn sie regelmäßig Kinder, Jugendliche und ungeimpfte Erwachsene betreffen. 

Fazit 

Auch wenn Influenza A und B ähnliche Symptome hervorrufen, handelt es sich um virologisch und epidemiologisch unterschiedliche Erreger. Influenza A ist genetisch variabler, kann Tiere infizieren und Pandemien auslösen. Influenza B ist stabiler, betrifft nur Menschen, aber spielt jedes Jahr eine wichtige Rolle im Infektionsgeschehen. 

Ein bewusster Umgang mit dem Thema, inklusive jährlicher Impfung und Hygienemaßnahmen, hilft nicht nur beim Eigenschutz, sondern auch beim Schutz gefährdeter Gruppen. Denn auch wenn wir das Virus nicht vollständig kontrollieren können, können wir ihm doch einiges entgegensetzen. 

Quelle zum Text: https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/I/Influenza/Influenza.html