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Hitzeschutz in Gesundheitseinrichtungen: Risiken erkennen, Mitarbeitende schützen und Hitzewellen sicher bewältigen

Noch in dieser Woche werden in vielen Regionen Deutschlands Temperaturen von bis zu 40 °C erwartet. Solche Hitzewellen stellen nicht nur für die Bevölkerung, sondern auch für Einrichtungen des Gesundheitswesens eine enorme Herausforderung dar. Gerade in Zeiten extremer Hitze ist eine zuverlässige Versorgung besonders wichtig, denn die Zahl hitzebedingter gesundheitlicher Beschwerden steigt und vulnerable Personengruppen sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Da Hitzewellen in den vergangenen Jahren häufiger und intensiver geworden sind, gewinnt ein wirksamer Hitzeschutz zunehmend an Bedeutung. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche gesundheitlichen Folgen hohe Temperaturen haben können, welche Schutzmaßnahmen sich bewährt haben und warum ein Hitzeschutzplan in Gesundheitseinrichtungen unverzichtbar ist.

Gesundheitliche Risiken durch extreme Hitze

Hohe Temperaturen stellen eine erhebliche Belastung für den menschlichen Körper dar. Um die Körpertemperatur konstant zu halten, gibt der Körper überschüssige Wärme durch Schwitzen ab. Dabei gehen jedoch große Mengen an Flüssigkeit und Elektrolyten verloren, wodurch das Risiko einer Dehydrierung steigt. Medizinisches Personal sollte die möglichen gesundheitlichen Folgen bei sich selbst, ihren Kolleg:innen  sowie bei Patient:innen frühzeitig erkennen.

Mögliche gesundheitliche Folgen von Hitze:

  • Dehydrierung mit Durst, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit
  • Kreislaufprobleme bis hin zu niedrigem Blutdruck und kurzer Bewusstlosigkeit
  • Hitzekrämpfe, insbesondere nach körperlicher Anstrengung
  • Hitzeerschöpfung mit Schwäche, Unwohlsein, Schwindel und Kopfschmerzen
  • Hitzschlag als lebensbedrohlicher Notfall mit einer Körpertemperatur über 40 °C, Bewusstseinsstörungen und möglichen Krampfanfällen
  • Hautausschläge durch vermehrtes Schwitzen sowie Wassereinlagerungen in Unterschenkeln und Knöcheln
  • Schlafstörungen und verminderte körperliche sowie geistige Leistungsfähigkeit
  • Verschlechterung bestehender Atemwegs-, Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen
  • Erhöhtes Risiko für Thrombosen und Herzinfarkte
  • Atemwegsbeschwerden durch eine hitzebedingt verschlechterte Luftqualität

Besonders gefährdet sind ältere Menschen, chronisch erkrankte Personen sowie Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder anderen Vorerkrankungen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, regelmäßige Pausen und das frühzeitige Erkennen von Warnzeichen sind daher wichtige Maßnahmen, um hitzebedingte Gesundheitsgefahren zu vermeiden.

Hitzeschutzplan für Gesundheitseinrichtungen

Ein Hitzeschutzplan ist für Gesundheitseinrichtungen unverzichtbar, da hohe Temperaturen die Arbeitsbedingungen des Personals beeinflussen und die Qualität der Versorgung beeinträchtigen können. Ein Hitzeschutzplan soll klare Strukturen schaffen und legt verbindliche Maßnahmen fest, damit alle Beteiligten auf Hitzeperioden vorbereitet sind und schnell sowie einheitlich handeln können.

In jeder Einrichtung soll festgelegt werden, wer für die Umsetzung der Maßnahmen verantwortlich ist und wie auf Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes reagiert wird. Darüber hinaus sollte geregelt sein, wie besonders gefährdete Patient:innen oder Bewohner;innen frühzeitig erkannt und individuell geschützt werden können. Dazu gehören unter anderem die Sicherstellung einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr, die Anpassung von Pflege- und Behandlungsabläufen an die kühleren Tageszeiten sowie die Beobachtung hitzebedingter Beschwerden. Bestehende Medikationen sollte bei Bedarf hinsichtlich möglicher hitzebedingter Risiken überprüft werden. Klare Handlungsanweisungen für den Umgang mit Hitzeerschöpfung, Hitzschlag und anderen hitzebedingten Notfällen sollten ebenfalls enthalten sein.

Ein weiterer Bestandteil des Hitzeschutzplans sind Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeitenden. Hierzu zählen ausreichend Trinkmöglichkeiten, regelmäßige Erholungspausen in kühlen Bereichen sowie die Anpassung körperlich belastender Tätigkeiten an die Witterungsverhältnisse. Ergänzend sollten organisatorische und bauliche Maßnahmen vorgesehen werden, beispielsweise der Einsatz von Sonnenschutz, eine gezielte Lüftung der Räume sowie die Vermeidung zusätzlicher Wärmequellen.

Damit der Hitzeschutz im Alltag wirksam umgesetzt werden kann, sollten alle Mitarbeitenden regelmäßig geschult und Patient:innen, sowie Angehörige über geeignete Schutzmaßnahmen informiert werden. Eine regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung des Hitzeschutzplans (besonders vor den Sommermonaten) stellt sicher, dass die Einrichtung auch bei zukünftigen Hitzewellen bestmöglich vorbereitet ist.

Tipps für den (medizinischen) Alltag

Um gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Hitze zu vermeiden, können bereits einfache Maßnahmen einen wirksamen Beitrag zum Hitzeschutz leisten. Die folgenden Empfehlungen helfen dabei, den Körper zu entlasten und sicher durch heiße Tage zu kommen.

Empfehlungen zum Schutz vor Hitze:

  • Ausreichend trinken: Bevorzugt Wasser, Mineralwasser, Saftschorlen oder ungesüßte Kräutertees. Die Getränke sollten nicht eiskalt sein. Alkohol sowie stark koffeinhaltige Getränke möglichst vermeiden.
  • Leichte Ernährung: Mehrere kleine, leicht verdauliche Mahlzeiten mit viel Obst und Gemüse bevorzugen. Salzhaltige Lebensmittel können den Mineralstoffverlust durch Schwitzen ausgleichen.
  • Körper kühlen: Lauwarme Duschen, Fußbäder oder feuchte Tücher auf Stirn, Nacken und Handgelenken sorgen für Abkühlung. Ventilatoren können zusätzlich unterstützen.
  • Sonneneinstrahlung vermeiden: Direkte Sonne und körperliche Anstrengungen möglichst auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen. Besonders Kinder, ältere und pflegebedürftige Menschen sollten sich überwiegend im Schatten aufhalten.
  • Räume kühl halten: Nur in den frühen Morgen- oder Abendstunden lüften. Fenster sowie Sonnenschutz geschlossen halten und unnötige Wärmequellen wie Beleuchtung oder Elektrogeräte ausschalten.
  • Kleidung anpassen: Leichte, helle, luftdurchlässige Kleidung und atmungsaktive Schuhe tragen.
  • Auf Warnzeichen achten: Körpersignale wie Schwindel, Schwäche oder Unwohlsein ernst nehmen, körperliche Belastungen reduzieren und bei Bedarf kühlere Bereiche aufsuchen.

Mit diesen Maßnahmen lässt sich die Hitzebelastung deutlich reduzieren und das Risiko hitzebedingter Gesundheitsprobleme wirksam verringern.

Weitere Informationen für Gesundheitseinrichtungen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung stellt auf Ihrer Website Informationsmaterial für Praxen wie auch Patient:innen zur Verfügung. Sie finden dort bspw. Checklisten zum Hitzeschutzplan, Schulungmaterial und Empfehlungen für ältere Menschen. Hier zu der Website: KBV – Hitzeschutz

Einen Musterhitzeschutzplan für Krankenhäuser vom Bundesministerium für Gesundheit finden Sie hier: BMG_Bundesempfehlung_Musterhitzeschutzplan_fuer_Krankenhaeuser_barrierefrei

Quellen: