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FSME – Das Virus auf dem Vormarsch

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch Zecken übertragene Virusinfektion, die in bestimmten Regionen Europas und Asiens vorkommt – auch in Deutschland! Verursacht wird sie durch das FSME-Virus, das zur Familie der Flaviviren gehört. Besonders tückisch ist, dass die Krankheit bei schweren Verläufen das zentrale Nervensystem angreifen und zu dauerhaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann. Doch die gute Nachricht ist, dass es eine Impfung gibt und das Infektionsrisiko mit einfachen Schutzmaßnahmen deutlich gesenkt werden kann.

Übertragung und Erreger 

FSME wird hauptsächlich durch Zeckenstiche übertragen. In Deutschland erfolgt die Übertragung vor allem durch die Art Ixodes ricinus, auch als Gemeiner Holzbock bekannt.  Die Übertragung erfolgt direkt mit dem Stich, wenn das Virus aus dem Speichel der Zecke in die Blutbahn des Menschen gelangt. Sehr selten kann FSME auch durch den Verzehr von virusinfizierter Rohmilch (besonders von Ziegen oder Schafen) übertragen werden. 

Wo kommt FSME vor? 

FSME ist eine sogenannte Endemie-Erkrankung, das heißt, sie tritt dauerhaft in bestimmten Regionen auf. In Deutschland gehören vor allem Baden-Württemberg, Bayern, Teile von Hessen, Thüringen, Sachsen und südöstliches Brandenburg zu den Risikogebieten. Aber auch in anderen Ländern Europas wie Österreich, der Schweiz, Tschechien, dem Baltikum und Skandinavien ist FSME verbreitet.  

Symptome und Krankheitsverlauf  

Die Inkubationszeit beträgt meist zwischen 7 und 14 Tagen, selten bis zu 28 Tagen. Rund 70 bis 95 Prozent der Infektionen verlaufen asymptomatisch, also ohne Beschwerden. Die Symptome treten meist in zwei Phasen auf. Zuerst kommt es zu unspezifischen, grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Danach folgt häufig eine beschwerdefreie Phase. Anschließend folgt meist die zweite Krankheitsphase mit neurologischen Symptomen wie Meningitis (Hirnhautentzündung), Enzephalitis (Gehirnentzündung) oder Myelitis (Rückenmarksentzündung). In schweren Fällen kann die Erkrankung zu dauerhaften Lähmungen (Paresen) oder anderen neurologischen Spätschäden führen. Etwa 1 Prozent der Erkrankungen verläuft tödlich. Kinder haben tendenziell leichtere Verläufe als Erwachsene. Eine spezifische Behandlung gegen FSME gibt es nicht. Die Therapie beschränkt sich auf die Linderung der Symptome, insbesondere bei schweren neurologischen Verläufen. 

Schutzmaßnahme und Impfung 

Da FSME nicht direkt von Mensch zu Mensch übertragbar ist, stehen vorbeugende Maßnahmen im Fokus. An erster Stelle steht die Vermeidung von Zeckenstichen. Das gelingt am besten durch das Tragen von langer, geschlossener Kleidung, die Verwendung von zeckenabweisenden Mitteln und durch gründliches Absuchen des Körpers nach dem Aufenthalt in der Natur. Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie schnellstmöglich mit einer Pinzette oder Zeckenkarte entfernt werden. Zusätzlich bietet eine Impfung effektiven Schutz. Für die Grundimmunisierung sind drei Impfungen erforderlich, danach sind regelmäßige Auffrischungen notwendig. Die STIKO empfiehlt die FSME-Impfung für alle, die sich regelmäßig in FSME-Risikogebieten aufhalten, sei es beruflich (z. B. Forstarbeiter, Landwirte) oder in der Freizeit. 

In Deutschland kommt FSME zunehmend in immer mehr Gebieten vor und das Risiko ist nicht zu unterschätzen. Besonders in warmen Frühjahren und Sommern kann die Aktivität der Zecken stark zunehmen – und damit auch die Zahl der Infektionen. In Risikogebieten ist daher eine hohe Impfquote wichtig, um die Zahl an Infektionen so gering wie möglich zu halten.  

 

Quelle zum Text: https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_FSME.html