Unter dem Motto „Impfungen wirken in jeder Generation“ findet vom 19. bis 25. April 2026 die Europäische Impfwoche (EIW) statt. Die EIW, welche dieses Jahr zum 20. mal stattfindet, soll laut der WHO auf die Relevanz von Impfmaßnahmen für die Prävention von Krankheiten und den Schutz von Menschenleben aufmerksam machen.
Mit einer Impfung werden Vakzine oder Immunseren verabreicht, welche den Organismus gegen eine Infektionskrankheit immunisieren sollen. Das ist die effektivste Methode zur Prävention von Infektionskrankheiten, mithilfe derer weltweit Millionen Menschenleben gerettet werden.
Impfempfehlungen für die Bevölkerung in Deutschland werden von der Ständigen Impfkommission (STIKO) entwickelt. Dieses unabhängige Expertengremium beurteilt den individuellen sowie bevölkerungsbasierten Nutzen auf der Grundlage der evidenzbasierten Medizin.
So spricht die STIKO bspw. die Empfehlungen zur jährlichen Grippeimpfung unter anderem für Menschen ab 60 Jahren, Menschen mit impfrelevanten Grunderkrankungen, schwangere Personen ab dem 2. Trimester und medizinisches Personal aus.
Da trotzdem ein erheblicher Teil der Bevölkerung ungeimpft bleibt, führt das RKI jährlich ein Impfakzeptanz-Monitoring durch. Im Rahmes des Projekts IMPRESS wird Impfverhalten und -bereitschaft in Deutschland erfasst. Um die Ursachen für die Entscheidung zur Impfung oder Nicht-Impfung zu verstehen, werden dabei auch soziale und psychologische Faktoren erfasst. Anhand dieser Daten sollen Ansatzpunkte entwickelt werden, welche die Impfquoten in Deutschland nachhaltig erhöhen.
Um Faktoren die Impfbereitschaft zu messen und zu analysieren wird das 7C-Modell von Geiger et al. verwendet. Dieses beschreibt sieben Gründe, die Entscheidungen für oder gegen eine Impfung beeinflussen.
Die Ergebnisse der Befragung aus 2025 zeigen, dass die Mehrheit der Allgemeinbevölkerung den Behörden bei Impfstoffen vertraut. Politische Entscheidungen zu Impfungen werden jedoch als weniger wissenschaftlich fundiert wahrgenommen. Zudem besteht große Unsicherheit bei Nebenwirkungen. Interessant ist dabei, dass geimpfte Personen eine höhere Risikowahrnehmung besitzen, als ungeimpfte.
Außerdem zeigt die Umfrage, dass nur rund 60% der Personen mit Impfempfehlung die Grippeimpfung in Anspruch nimmt. Während die Mehrheit der ungeimpften Personen mit Impfempfehlung die Grippeimpfung in der Saison 2025/2026 noch anstrebt, ist die Impfbereitschaft für die COVID-19-Impfung gering. Das RKI sieht in diesem Bereich Handlungsbedarf, da Grippe und COVID-19 jährlich für eine hohe Krankheitslast in der Bevölkerung sorgen.
Zwar verfügt die Mehrheit über grundlegendes Wissen zur Wirksamkeit von Impfungen, jedoch ist die durchschnittliche impfbezogene Gesundheitskompetenz der Allgemeinbevölkerung eher niedrig. So zeigen viele noch Unsicherheiten bei gängigen Impfmythen wie dem vermeintlichen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus bzw. Allergien oder der Überlastung des Immunsystems durch zu viele (zu frühe) Impfungen.
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